Metal Invasion - 2019-02-16 - Berlin, Orwohaus

Das OrwoHaus ist ein von außen ein unscheinbarer Plattenbau in Berlin-Mahrzahn, jedoch die Geburtsstätte junger Berliner Bands. Genau das war auch der Fall bei „Metal Inavsion“.

Die jungen Bands KAVA HU, RUMATA, THWART und ALPHAOMEGA nahmen an diesem Abend ihre Stellung auf der Bühne ein, welche leider etwas kleiner war, als am 8. Dezember 2018, an dem Ich bereits drei der Bands sehen durfte. Ein gewisser Vergleich ist also möglich.

Als Anheizer begann KAVA HU. Eine Genreeinteilung fällt leider etwas schwer, aber unter starken Gutterals und Gitarren ging das Gehör zugrunde, ein anhaltender Effekt am gesamten Abend. Das spanisch-deutsche Gespann lieferte einen ordentlichen Auftritt ab und setzte damit den Marker für die folgenden Bands, auch wenn ihr Musikstil nicht meinem Profil entspricht.

 

Das Einzige, was man am Auftritt von RUMATA auszusetzen haben könnte, wäre, dass einem die Texte ohne weiterführende Fremdsprachenkenntnisse wenig sagen würden. Ansonsten lieferte die Band harten Metalcore, mit Texten auf (angenommen) Russisch. Da ist es irgendwie ironisch, dass einer der Songs „Light, Camera, Revolution“ hieß. Nackenschmerzen stellten sich sogar tatsächlich danach ein!

 

THWART kann man inoffiziell als den MainAct des Abends bezeichnen, einfach aus dem Grund, dass die größte Anzahl an Zuschauern sich vor die Bühne drängte. Diese konnten umfangreiche Licht- und Raucheffekte genießen, nebst oldschool-anmutenden Thrash, von deren 2017 erschienenen Album „Once Human“.

Powerfrau Secil Sen und Growler Benjamin Knecht lieferten. Unterstützt von allen Bandmitgliedern.

Als Vorkenner muss man an Songs wie „Season of Fire“ und „Apocalypse“live sehr lieben.

Allerdings konnte Ich feststellen, dass die Energie des Auftritts am 8. Dezember nicht vollständig erreicht werden konnte. Das lag aber vermutlich daran, dass Ich bereits die LP mehrfach gehört hatte und bis zu diesem Zeitpunkt kein neues Songmaterial erschienen ist.

Trotz Unterbesetzung präsentierten sich ALPHAOMEGA selbstbewusst. Die Stunde war bereits spät, aber dennoch konnten sie die Menge erneut anheizen (Pit und bewegte Haare inklusive). Die Songs ihrer selbstbenannten EP der Band verbindet moderne Metalströmungen, verwandt mit dem Stil von „Architects“. Sängerin Lea liefert hier hingegen die klaren und gescreamten Vocals. Und obwohl die zweite Gitarre fehlte, konnte die Band auf jeden Fall überzeugen, präsentierte Material, welches noch nicht auf EP oder LP veröffentlicht wurde, und lieferte einen gelungenen Abschluss für den Abend.

 

Ein kleines Fazit am Ende:

Trotz kleiner Bühne, weniger Effekte und kleiner Venue konnten alle Bands einen erfolgreichen Auftritt abliefern. RUMATA war mir neu und überzeugte mit gutem Live-Metalcore, auch wenn man ihre Texte nicht verstehen konnte. THWART überzeugte mit Energie, Leidenschaft und Action der Zuschauer, aber lag mit dem Überraschungsmoment hinter ihrem Debütkonzert am 8. Dezember zurück, auch wenn das nur mein Eindruck zu sein schien. Meiner Meinung konnten mit RUMATA und ALPHAOMEGA an diesem Abend am meisten überzeugen und Ich würde diese Bands jedem empfehlen, der harte Riffs und starke Vocals mag. Und selbstverständlich kann Performance, Effektnutzung und Songabwechslung noch verbessert werden, aber diese Bands haben auch noch einen Weg vor sich.

(Clemens Düsterhöft)