STEVE HARRIS BRITISH LION - 2016-11-26 - Essen, Turock

Support: Voodoo Six

Winter - kalt - man friert. Trotzdem machen sich einige Menschen auf um ein kleines, schuckeliges Konzert im Essener Turock zu sehen. Bereits vor Einlass stehen schon rund 30 Leute vor dem Eingang und unterhalten sich angeregt und voller Vorfreude über die Musik des Abends und den damit verbundenen anderen Gruppen. Okay... seien wir mal ehrlich... es ging hauptsächlich um Iron Maiden und wer wo was mit welchem Musiker erlebt hat. Nette Annekdoten, aber kommen wir wieder zurück zum eigentlichen Event.

Kurz nach 19 Uhr ging die Türe auf und die anwesenden Fans strömten in den Club und gen Bühne. Anfangs hatte man auch noch recht viel Platz um sich herum. Sold Out war das Konzert (leider) nicht.

 

Als VOODOO SIX die Bühne endlich enterten ging es auch direkt zur Sache. Die meisten kannten die Band noch als Support von Iron Maiden auf der 2013er Tour. Nach einem Lineup-Wechsel scheinen die Briten nun mehr Power zu haben als je zuvor. Haupt-Stimmungskanone ist hierbei definitiv Bassist Tony Newton. Sänger Nik Taylor-Stoakes rangiert hier aber ganz dicht dahinter und hüpte in den Gesangspausen wie ein Flummi über die Bühne. Gespiet wurden Songs als der kompletten Discographie der Band. Die Fans konnten viele davon auch mitsingen und so war die Stimmung von Beginn an einfach mitreißend.

Aber wer kann schon Steve Harris toppen, der mit seinen BRITISH LION nach einer schier endlosen Umbaupause die Bühne in Beschlag nahm. Da fast ausschließlich Iron Maiden-Fans im Publikum waren, kochte die Stimmung von Anfang an und der Club bebte!

Der erste Song der Show war "This is my God" vom Debüt (und bisher einzigen Album), gefolgt von "Lost Worlds". Hier muss ich auch gleich mal einhaken. Das Album habe ich seit dem Release (2012) diverse Male gehört, konnte mich aber nie so 100%ig damit anfreunden. Musikalisch fand ich die Scheibe immer gut, aber irgendwie fehlte immer das gewisse etwas, damit der Funke überspringt. Live kommen die Songs aber richtig gut rüber und auch der Gesang klingt viel besser.

Wie dem auch sei - zurück zum Konzert. Nachdem es mittlerweile ziemlich kuschelig in den ersten Reihen wurde, ging es auch auf der Bühne mit "Father Lucifer" und "The Burning" heiß her. Neben den Bekannten Songs des Albums, gab es auch eine handvoll neuer Stücke, die auf einen weiteren Release hoffen lassen. Hierzu wurde von Sänger Richard Taylor gegen Ende der Show schon verkündet, dass die Konzerte der aktuellen Tour aufgezeichnet würden und davon ein Live-Album erscheinen soll. Vier Jahre nach dem Debüt ein Live-Album zu veröffentlichen, das kann eben auch nur ein Steve Harris. Die Legende am Bass soll hier natürlich auch nicht unerwähnt bleiben! Der gute Mann hatte wirklich Hummeln im Hintern und gab die komplette Show über mindestens 150 %! So viel Power wünscht man sich doch wirklich von jedem. Ihm ist es auch zu verdanken, dass es keinen Fotografengraben gab, denn Mr. Harris wollte die Fans direkt bei sich haben.

Dementsprechend wurde es mit dem langen Bass oder auch beim headbangen mal etwas knäpplich in der ersten Reihe. Aber keiner bekam ein Instument ins Gesicht oder eine ungewollte Kopfnuss verpasst - niemand kam zu Schaden!

Im Anschluss an die Rund 90-minütige Show nahm sich Steve persönlich auch noch Zeit für Fotos und Autogramme mit den verbliebenen Fans. So viel Fannähe hätte man ihm vermutlich nicht zugetraut. Nötig hätte er es jedenfalls nicht. Aber da sieht man mal wieder, dass auch einem Weltstar noch viel an den Fans liegt. Löblich, löblich! Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Tour von British Lion, aber als nächstes, gibt es ja erstmal einige Konzerte von Iron Maiden zu sehen!

(Sarah Jacob)

Setlist:

01. This Is My God

02. Lost Worlds

03. Father Lucifer

04. The Burning

05. Spitfire

06. The Chosen Ones

07. These Are The Hands

08. Bible Black

09. Guineas And Crowns

10. Last Chance

11. Us Against The World

12. A World Without Heaven

13. Judas

Encore:

14. Let It Roll

15. Eyes Of The Young