AVANTASIA - 2016-03-20 - Oberhausen, Turbinenhalle (D)

AVANTASIA - Ausverkauft! 12 von 13 Shows waren bis auf den letzten Platz besetzt! Für die Oberhausener Turbinenhalle hiess das: offiziell 3.500 Fans, die sich in die Location quetschten - andere Stimmen sprachen von rund 4.000. Gefühlt kam dies eher hin, da einige es noch nicht einmal bis in die Halle schafften und vor den Türen versuchten, einen Blick auf die Bühne und das bunte Treiben zu erhaschen. Und das, bei gefühlt subtropischen Temperaturen...

Mit wenigen Minuten Verspätung startete dann das lang ersehnte Konzert der Ghostlights Tour. Als erstes performte Band-Chef Tobias Sammet mit seinen Musikern  den Titel "Mystery Of A Blood Red Rose", welcher auf die Einleitung auf dem siebten AVANTASIA-Langspieler übernimmt.

Danach eine kurze Verschnaufspause. Sammet lächelt ins Publikum und freut sich über das ausverkaufte Konzert. "12 von 13 Shows ausverkauft! Ihr seid wahnsinn! Ich hoffe, ihr habt genug Zeit mitgebracht! Wir spielen etwa 3 Stunden - ein volles Avantasia-Set!" und die Fans applaudierten.

"Habt ihr bock?" es wurde noch lauter geklatscht und gerufen. Klar, deswegen waren die Fans ja gekommen. Ich bin mir sogar sicher, dass sehr gerne auf eine Supportband verzichtet wurde. Zum folgenden Song "Ghostlights" betrat niemand geringeres als Michael Kiske die Treppe in der Mitte der Bühne. Eine unverkennbare Stimmgewalt tat sich auf, als das Duett mit Sammet durch die Halle schallte. Nach dem Song verschwand Kiske wieder dort hin, wo er her kam - über die Treppe, hinter die Bühne - und wurde dabei von den jubelnden Fans verabschiedet.

Der nächste im Boot, bzw. auf der Treppe erschien zu "Invoke The Machine" vom vorgänger Album "The Mystery Of Time 82013): Ronnie Atkins (Sänger der Pretty Maids). Auch hier harrmonierten die Stimmen, trotz, oder gerade wegen, gravierender Unterschiede. Man könnte zwar meinen, dass Aktins etwas heiser war, da er beim 'ins Mikro brüllen' ziemlich leise wirkte, nichts destro trotz, lieferte er eine grandiose Leistung ab. Und dies auch beim folgenden Song "Unchain The Light" vom aktuellen Album, bei dem er ja auch wieder mitwirken durfte. Nun verschwand auch Aktins wieder von der Bühne und Sammet kündigte den nächsten Gast an. "Ohne ihn hätte ich vermutlich niemals angefangen Musik zu machen. Please welcome Mr. Bob Catley!". Der Magnum-Fronter war nun schon seit "The Metal Opera Part II" immer wieder auf den CDs von Avantasia vertreten und durfte so natrürlich auch dieses Mal nicht fehlen!

Nach all den Erfolgen, die Avantasia nun schon feiern konnten, kann man sich ein wenig Arroganz erlauben, oder? Möglich, dass die Aussage "Ich weiß, es ist am Anfang ganz schön viel Neues, aber wenn das neue Album so geil ist, dann kann man sich das als Band erlauben" nicht bei allen auf Verständnis trifft, aber man konnte zumindest keine Buh-Rufe vernehmen. Also wurde es entweder bestätigt, oder darüber hinweg gelächelt. Erfolg hat das "Ghostlights" auf jeden Fall gebracht. Zumindest nahm Sammet mit seiner Band beim ESC-Vorentscheid teil. Diesen konnte man zwar nicht gewinnen, dafür fanden allerdings eine neue Fans ihren Weg zu den Konzerten.

Das machte sich auch am sehr gemischten Publikum bemerkbar. Es gab sehr viel mehr "nicht-Metaller", was vermutlich dem ziemlich mainstream-igen Sound der Band zu verdanken war. Man mag davon halten, was man mochte, die Show war einfach atemberaubend. Alleine so viele verschiedene Musiker, die alle noch aktiv mit eigenen Bands beschäftigt sind, auf eine Bühne und vorallem für eine komplette Tour zusammen zu bekommen, sollte schon sehr gewürdigt werden. Dies schaffen wahrlich nicht viele Musiker. So verwundert es auch nicht, dass nicht nur die Musik fantastisch klang, sondern auch die Gesänge sehr harmonisch und kraftvoll wirkten. Dabei unterstützten noch Jorn Lande und Eric Martin, sowie Amanda Somerville und Herbie Langhans (Sinbreed) bei den Backingvocals.

 

Aber bei aller proffessionalität kann auch einem Tobias Sammet mal ein Fehler unterlaufen. Dies geschah bei den Zugaben während des Titels "Avantasia" indem Sammet das Pferd von hinten aufzäumte und die letzte Strophe als erste sang. Weltklasse - 3 1/2 Stunden Musik und Unterhaltung. Ob dies bei der nächsten Tour zu toppen sein wird?

(Sarah Jacob)

Avantasia Setlist:

01. Mystery Of A Blood Red Rose

02. Ghostlights

03. Invoke The Machine

04. Unchain The Light

05. Restless Heart

06. The Great Mystery

07. Scarecrow

08. Lucifer

09. The Watchmaker's Dream

10. What's Left Of Me

11. The Wicked Symphony

12. Draconian Love

13. Farewell

14. Stargazers

15. Shelter From The Rain

16. The Story Ain't Over

17. Let The Storm Descend Upon You

18. Promised Land

Prelude

19. Reach Out For The Light

20. Avantasia

21. Twisted Mind

22. Dying For An Angel