MANOWAR - 2016-01-30 - Düsseldorf, ISS Dome (D)

Photocredits: Sebastian Konopka (c) 2016 Magic Circle Entertainment. All rights reserved.

Bei einer Band, die es nun schon so viele Jahre - ja sogar Jahrzehnte - gibt, kann man davon ausgehen, dass man eine bombastische Show geboten bekommt, die keine Wünsche offen lässt. Da dies nun tatsächlich mein erstes Manowar Konzert war, ging ich ohne jegliche Erwartung an die Sache ran. Man weiß ja nie...

 

Einlass sollte um 18 Uhr sein. Wir machten uns also zeitig auf den Weg. Um kurz nach 18 Uhr angekommen, stellten wir fest, dass es keine Schlange vor der Halle gab. Die Fans tummelten sich bereits im Rundgang, an den Bierständen und am Merch-Stand. In der Halle selbst war auch noch nicht viel los. Klar, die ersten paar Reihen waren belegt aber der Rest noch ziemlich leer. Zeit, um sich selbst am Merch-Stand umzugucken und sich ein Bier zu holen.

In der Halle fragten wir, ob jemand etwas von einer Vorband wüsste. Beginn sollte um 20 Ihr sein. Ende schon wieder um 22 Uhr. Blieb hier überhaupt Zeit für einen Support? Nein. Geil!! 2 Stunden Manowar - hoffentlich mit einer Menge alter Songs!

Als es dann recht pünktlich los ging, ertönte das Intro "The Miracle and Finale" und die Vorfreude stieg ins unermessliche. Zu "Manowar" erschien dann auch die Band auf der Bühne und ich stellte fest, dass sich die diese selbst kaum verändert hatte. Aus mehreren Metern Entfernung sahen sie aus wie vor 20 Jahren.

 

Der Bühnenaufbau stellte eine Art Tempel dar, Säulen auf den Seiten und eine riesen LED-Leinwand in der Mitte, die verschiedene Animationen zeigte. Jeder Song hatte seine eigene Darstellung oder Untermalung bekommen. Alles im Stil von schlechten 90er-Jahre Hack'n'Slay Computerspielen. Mit etwas mehr Budget, hätte man qualitativ sicherlich bessere Grafiken erstellen können. Aber gut wir waren ja wegen der Musik da, nicht wegen Animationen auf der Leinwand.

 

Als nächstes spielten Manowar den Song "Die For Metal" und die Menge tobte - in den vorderen Reihen. Etwas weiter nach hinten war es merklich ruhiger. Ein Headbanger hier und da, aber keine wilden "Ausraster". Nach "Call To Arms" und "Sons Of Odin" kam dann auch endlich etwas für mich: "Kings Of Metal"! Pommesgabel in die Höhe und mitgesungen!

Anschließend wurde es ruhiger. "Fallen Brothers", Karl's Gitarrensolo - inkl. Ausschnitten von "Heart of Steel" - begleitet von Bildern gestorbener Musiker oder Leuten, die für Manowar gearbeitet hatten wurden auf der Leinwand gezeigt. Danach folgte das Bass-Solo "Sting Of The Bumblebee". Mit "Ascension" ging es weiter, gefolgt von "King of Kings". Hier wurde eine Animation gezeigt, die die Zuschauer durch die verschiedenen Albumcover führte. Schön dargestellt als würde nan über einen Steinweg durch die Hölle gehen.

 

Nach vier weiteren Songs dann endlich das nächste Highlight für mich. "Hail And Kill" ertönte und die Halle bebte. Nun folgte eine kurze Pause, nach der Joey auf der Bühne erschien und etwas erzählte (die Details spare ich mir jetzt. Es beinhaltete jedenfalls eine Mege "Fuck You"s...). Das anschließende "Warriors Of The World" ist für mich der wohl überflüssigste Manowar-Song überhaupt. Eintönig, langweilig und viel zu langsam. Da war ich doch sehr froh, das es mit "Black Wind, Fire And Steel" nochmal so richtig zur Sache ging. Die Band verschwand und aus den Boxen ertönte "The Crown and the Ring". Komplett vom Band. Was sollte das denn?

Abschließend kann ich sagen: Ja, Eric singt live super - wirklich! Fast so wie vor 20 Jahren. Ich kann nun einen weiteren Haken in meiner "must see"-Liste machen.

 

Allerdings gibt es auch Kritik. Obwohl es musikalisch top gewesen ist, fehlten mir die richtigen Klassiker! Wo waren "Fighting The World", "Wheels Of Fire", "Return Of The Warlord", oder "The Power Of Thy Sword"?

Leider fand auch so gut wie kein Kontakt mit den Fans statt. Ja, es wurde mal ins Publikum geguckt oder eine kleine Geste gemacht, aber so wirklich war da nix. Die Band stand die meiste Zeit starr angewurzelt auf einem Fleck und ratterte die Songs runter. Nach nur 1 1/2 Stunden war alles auch schon wieder vorbei. Kaum etwas an richtiger Show, Pyrotechnik gab es nur bei einem Song. Für 85 / 90 € war dies tatsächlich eine schwache Leistung. Sogar die Fans buhten am Ende als es vorbei war.

 

Für die nächste Tour lege ich der Band ans Herz wenigstens eine Supportband zu nehmen und kleinere Hallen zu buchen. Mit 3.500 Karten im Vorverkauf, war der ISS Dome gerade mal zu einem Viertel gefüllt. Ob noch Karten an der Abendkasse verkauft wurden ist mir noch nicht bekannt.

(Sarah Jacob)

Setlist:

01. Intro: The Miracle and Finale

02. Manowar

03. Die for Metal

04. Call to Arms

05. The Sons of Odin

06. Kings of Metal

07. Fallen Brothers - Karl's Solo (mit Teilen von "Heart of Steel")

08. Bass Solo - Sting of the Bumblebee

09. Ascension

10. King of Kings

11 Hand of Doom

12. The Lord of Steel

13. House of Death

14. The Dawn of Battle

15. Hail and Kill

Encore:

16. Joey's Speech

17. Warriors of the World

18. Black Wind, Fire and Steel

19. Outro: The Crown and the Ring (Lament of the Kings)