MÖTLEY CRÜE - 2015-11-14 - Düsseldorf, ISS Dome (D)

Support: Alice Cooper, Saint Asonia

Was kann man erwarten wenn eine Band auf Ihrer „The Final Tour“ ist? Bei Mötley Crüe kann man immer etwas Ungewöhnliches erwarten und das gab es an diesem Abend im ISS Dome in Düsseldorf auch. Nicht nur das es sehr starken Support gibt auch die Show selber ist ein Highlight, was der ein oder andere so noch nicht gesehen hat. Bis es aber so weit ist und man in den Genuss der Show von MÖTLEY CRÜE oder von dem starken Support ALICE COOPER kommen kann, haben die Verantwortlichen den Fans eine große Hürde auf erlegt. Der ISS Dome, der an diesem Abend mit gut 10000 Fans proper voll sein wird, öffnete auf Anordnung, von wem auch immer, erst um 18:36 Uhr seine Tore. Um 19:00 Uhr war schon die erste Band geplant, die aus Kanada stammende Formation SAINT ASONIA. Die Frage ist doch warum werden erst 25 Minuten vor Beginn einer Show die Tore geöffnet, wo man doch weiß das es heute keine 400 oder 4000 Fans sind, sondern 10000 Fans sind die alle in die Halle wollen. Viele von den Fans standen schon seit 16:00 Uhr oder früher vor den Toren damit Sie ja schnell und weit nach vorne kommen. So kam es dann wie es kommen musste, SAINT ASONIA spielten praktisch ein Club Konzert in einer riesigen Halle weil um 19:00 Uhr als Sie mit Ihrer Show begonnen haben ca. 100 Fans im Dome waren. Zwar wurde es mit der Zeit immer mehr Fans aber es gab auch welche die SAINT ASONIA komplett verpasst haben und sogar den Anfang von ALICE COOPER verpasst haben. Als Fan, der mal mindestens 83,00 € auf den Tisch gelegt hat um ein Konzert mit 3 Bands zu sehen, würde ich auf die Barrikaden gehen und ein Teil meines Geldes zurück verlangen. Aber nicht nur den Fans wurde es schwer gemacht, sondern auch den Vertretern von der Presse und dabei vor allem den Fotografen. So gab es wohl für jede Band, wie es sich erst später rausstellte, einen eigenen Fotopass, den man am Presseschalter bekommen sollte. Nun hatte aber meine Kolleginnen, die Metalmieze, für die erste Band keinen Ausweis bekommen und so durfte Sie auch nicht in den Graben um Fotos von SAINT ASONIA zu machen. Kann mir mal bitte einer Erklären wo da die Logik ist? Normalerweise ist es doch so man bekommt einen Pass und kann alle Bands aus dem Graben Fotografieren. Hier war heute alles anders, denn MÖTLEY CRÜE durfte auch nicht aus dem Graben fotografiert werden sondern vom ca. 25 Meter entfernten Mischpult aus. Warum? Diese Frage kann wohl nur Nikki beantworten, der dieses wohl veranlasst hat. So nun aber genug der ganzen Vorgeschichten, kommen wir nun mal zu dem warum wir da waren, der Musik mit 3 geilen Bands, die den Fans einen Gigantischen Abend bescherten.

Anfangen an diesem Abend durfte wie ja schon erwähnt die aus Kanada stammende Band SAINT ASONIA, die für Hard Rock, Heavy Metal und Alternative Metal stehen. Punkt 19:00 Uhr ging das Licht aus und die 4 Jungs kamen auf die Bühne. „Better Place“ war der erste Song von SAINT ASONIA auf der großen Bühne vor wenig Fans, schade den die Musik und auch der Gesang von Sänger Adam Gontier ist wirklich geil. Dazu passten der Sound und das Licht so dass es für die 4 eine unvergessliche Show werden könnte. SAINT ASONIA sind mit Ihrem aktuellen Debüt Album „Saint Asonia“ welches im July 2015 auf dem Markt kam unterwegs. Adam Gontier war bis 2013 Frontman und Sänger der Band THREE DAYS GRACE und so ließen Sie es sich nicht nehmen den Song „I hate everything about you“ von THREE DAYS GRACE auf Ihre weise zu spielen. Recht verhaltene Stimmung bei den Fans die immer noch nicht alle in der Halle waren, auch beim nächsten Song „Dying Slowly“. Als sich Sänger Adam Gontier im Song „For you“ auf machte und von der Bühne ins Infield „abhaute“ um sich bei den mobilen Bierverkäufern ein Bier zu organisieren, welches er aber nicht bekam, weil der Zapfer nicht so schnell war, wie Adam es gerne gehabt hätte, wollten Ihn die Security auf der anderen Seite der Bühne nicht wieder rauf lassen, weil er keinen gültigen Pass hatte um auf die Bühne zu kommen. Erst als Adam wieder in das Mikro sang, welches er von der Bühne logischer weise mit genommen hatte um im Infield singen zu können, ließen ihn die Securitys wieder auf die Bühne. Schade aber nach 30 Minuten war die Show für SAINT ASONIA schon wieder vorbei und es wurde der Vorhang runter gelassen damit auf der Bühne umgebaut werden konnte für den nächsten Act. Wer an diesem Abend SAINT ASONIA verpasst hat, der hat wirklich was verpasst den die Jungs können wirklich spielen und singen und wissen wo Ihr Weg hin führt.

ALICE COOPER ein Urgestein seiner Zeit braucht eigentlich niemanden mehr zeigen was er so drauf hat. In seinen nun mehr als 50 jährigen Musikerleben hat er es geschafft die Fans zu polarisieren, was an der Musik aber auch hauptsächlich an den aufwendigen Bühnenshows liegt. So auch an diesem Abend im ISS Dome in Düsseldorf, wo ALICE COOPER, leider nur 1 Stunde seine Bühnenshow präsentieren konnte, aber diese es mal wieder in sich hatte. Alles fängt bei ALICE COOPER ja immer recht harmlos an und steigert sich dann im Laufe der Show. So auch an diesem Abend, nur gab es hier halt die kurz Variante. Mittlerweile waren wohl auch alle Fans in der Halle und so wurde es auch richtig laut als um 19:50 Uhr das Licht ausging und der Vorhang zum Intro von „Vincent Price“ fiel. Lautes Gekreische und Gegröle so dass man die Musiker auf der Bühne schon fast nicht mehr hörte ging durch den ganzen Dome. In gewohnt cooler und lässiger aber auch professioneller Weise spielte ALICE COOPER seinen Gig runter und so wurden mal Perlenketten ins Publikum geworfen oder auch mal mit großen Luftballons versucht zu spielen. Egal was ALICE COOPER auf der Bühne machte es wurde gefeiert bis der Arzt kommt, erst Recht beim Song „Poison“. Den, so glaube ich jeder von groß bis klein mitsingen und sprechen kann. Nicht nur kleine Geschenke verteilte ALICE ins Publikum sondern er lies sich auch beim Song „Feed my Frankenstein“ von einer, na sagen wir mal, Krankenschwester der anderen Art in eine Zwangsjacke stecken und auf dem „Elektrischen Stuhl“ schmorgeln bis ein übergroßer Frankenstein dabei herauskam und auf der Bühne umherlief. Ob es dann allerdings sein muss das ALICE im Song „Go to Hell“ per Guillotine auf der Bühne enthauptet wird, bleibt dahin gestellt. Alles nur Illusionen denn danach war er beim nächsten Song ja wieder da. Egal es ist und bleibt eine geniale Show die es verdient hat länger zu dauern als nur 1 Stunde, denn mit dem Song „School´s Out“ in dem ALICE COOPER den Song von PINK FLOYD „Another Brick in the Wall“ mit einfließen lies, endet eine, vom Licht, Sound, Show und Stimmung her gewaltige Show des ALICE COOPER an diesem Abend. Können MÖTLEY CRÜE das jetzt noch toppen oder sind Sie der eigentliche Support von ALICE COOPER?

Setliste ALICE COOPER:
01. Vincent Price Intro
02. The Black Widow
03. No More Mr. Nice Guy
04. Under My Wheels
05. I'm Eighteen
06. Billion Dollar Babies
07. Poison
08. Dirty Diamonds
09. Go to Hell
10. Feed My Frankenstein
11. Ballad of Dwight Fry
12. Killer
13. I Love the Dead
14. School's Out

MÖTLEY CRÜE die sich seit 2 Jahren von Ihren Fans auf der ganzen Welt verabschieden, werden am 31.12.2015 das wohl letzte Konzert in Ihrer Kariere spielen und zwar in Ihrer Heimatstadt Los Angeles. Bis dahin aber müssen Sie noch die ein oder andere Show auf der „Final Tour“ absolvieren und dazu waren Sie heute nach Düsseldorf in den ISS Dome gekommen. Der Vorhang wird hochgefahren und dahinter wird mal wieder kräftig gewerkelt um das Bühnenbild für MÖTLEY CRÜE her zu richten.

Dieses Bühnenbild ist nicht ganz ohne da es an der Rückseite eine ganze große Wand mit Monitoren bzw. LED Scheinwerfern hat, die MÖTLEY CRÜE immer wieder ins rechte Licht und Szene setzen sollen. Mehrere wie Pyramiden förmige Kegel stehen links und rechts neben Schlagzeuger Tommy Lee, der auf einem Podest mit seinem Schlagzeug steht. Dieses Podest ist an 2 Schienen befestigt die sich längs durch die Halle und bis zum Sounddesk ziehen, mal sehen ob und was damit passiert oder ob es „nur“ Deko ist. Gegen 21:15 Uhr geht das Licht aus und das Intro „So Long, Farewell“ kommt aus den Boxen. Auch hier steigt der Geräusch Pegel unter den Fans wieder lautstark an und dann kommen mit einem Knall und fallendem Vorhang, Vince, Nikki, Mark und Tommy alias MÖTLEY CRÜE auf die Bühne und hauen gleich mal den ersten Klassiker an diesem Abend „Girls, Girls, Girls“ den Fans um die Ohren. Wow was für eine große Bühne für die 4 Personen, die begleitet werden von 2 attraktiven jungen Damen, die nicht nur tanzen sondern auch mitsingen. Immer wieder werden während der Songs Pyro und Flammen gezündet, so dass es ein bleibendes Erlebnis für die Fans und die Band ist. Die Stimmung ist geil und riesig und wird beim BROWNSVILLE STATION Cover „Smoking in the Boy´s Room“ noch größer und lauter, wo aus tausenden Kehlen immer wieder der Refrain „Smoking in the Boy´s Room“ mit gesungen wird. Bisher ist es ein wirklich gelungener Abend und eine wirklich gute und geile Show. Bisher wohlgemerkt denn, wie könnte es anders sein hat Tommy Lee sich mal wieder was einfallen lassen um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Bei der letzten Tour im Jahre 2012 spielte er Schlagzeug nur im Kreis, jetzt hat er sich etwas einfallen lassen um die Massen zu begeistern.

Sein Schlagzeug ist an Schienen angebracht welche sich längs durch die Halle ziehen. Tommy fährt wie in einer Achterbahn die Schienen entlang und dreht sich dabei mehrmals um die eigene Achse. Was für ein geiler Effekt, damit hat wohl keiner gerechnet. Als er wieder am Ausgangspunkt angekommen ist wird er mit Pyro und Flammen empfangen. Gibt es noch keine Steigerung zu kreischen und grölen, dann wurde Sie jetzt erfunden, denn die Fans konnten sich nicht mehr halten und schrien und feierten was das Zeug hielt. Mit „Kickstart my Heart“ endete dann das große Bühnenprogramm und MÖTLEY CRÜE machten auf einer kleinen Bühne hinter dem Mischpult weiter und spielten zum Abschluss den letzten Klassiker des Abends „Home Sweet Home“. Was für ein geiler Abend. Dieser ging mit einem gewaltig geilen Konzert zu Ende und zum Abschluss spielte man FRANK SINATRAs „My Way“ und die Fans gingen mit einem strahlenden Lächeln an diesem Abend nach Hause. Ob MÖTLEY CRÜE sich wirklich verabschiedet haben oder ob Sie nicht doch noch mal wieder kommen, wie manch andere Band, wird die Zeit zeigen.

(Thomas Fiedler)

Setliste MÖTLEY CRÜE:
01. So Long, Farewell
02. Girls, Girls, Girls
03. Wild Side
04. Primal Scream
05. Same Ol' Situation (S.O.S.)
06. Don't Go Away Mad (Just Go Away)
07. Smokin' in the Boys' Room
08. Looks That Kill
09. Mutherfucker of the Year
10. Anarchy in the U.K.
11. In the Beginning
12. Shout at the Devil
13. Guitar Solo
14. Saints of Los Angeles
15. Live Wire
16. T.N.T. (Terror 'N Tinseltown)
17. Dr. Feelgood
18. Kickstart My Heart
Encore:
19. Home Sweet Home
20. My Way