ANNIHILATOR - 2015-11-07 - Bochum, Zeche (D)

Support: Archer, Harlott

Trotz vorheriger, kurzfristiger Ankündigung, dass es an diesem Abend sogar drei Supports geben sollte und der Einlass, sowie Beginn, schon eine halbe Stunde früher statt finden sollten, wartete die Menge vor dem Eingang der Zeche, bis es dann doch zur ursprünglich geplanten Zeit endlich in die Halle ging.

Den Anfang starteten die extrem gut aufgelegten Bay Area-Jungs von ARCHER. Eine sehr geile, junge Hard Rock/Metal Band die sofort mit einem starken Tempo los legte! Sie gaben alles auf der Bühne und konnten den Fans schon ordentlich einheizen bis die Köpfe nur so wirbelten. Als nettes Goodie spielten sie noch Megadeths "Tornado Of Truth" des Rust In Peace- Klassikers. Die Band gab alles was in ihnen steckte und dass der Schweiß nur so lief. Was für ein geiler Einstieg in den Abend, ob die folgende Band das toppen konnte?

So macht Musik Spaß! Wenn es die richtigen Supporter gibt, steht einem gelungenen Abend fast nichts mehr im Wege!

HARLOTT aus Australien knüppelten gleich von Beginn an ordentlich los und sorgten schon mal für die ersten Nackenschmerzen. Thrash Metal aus Down Under kann halt auch was. Die Fans waren anfgangs in der Masse zwar noch etwas ruhiger wie beim Vorgänger, jedoch moschte es sich hier und da ganz gut zusammen. Bassist Tom Richards verfiel einem beinahe gänzlichen Nicken im Takt während Sänger und Gitarrist Andy Hudson ja nun anderweitig beschäftigt war. Dagegen propellerte sich Ryan Butler an der zweiten Klampfe in seinen Vocalbreaks hurtigst über die Bühne. Alles in allem eine super Truppe, die man sich ruhig öfter live geben sollte! Bemerkenswerter Weise wurden die Fans erneut als "Best Crowd of the Tour" betitelt. Es ging aber auch wirklich gut ab an diesem Abend!

Mit dem Intro "Rock You Like A Hurricane", dem Scorpians-Klassiker, wurde die Spannung auf den nun sehnlichst erwarteten Hauptact gesteigert.

Und endlich, nach einer gefühlt endlosen Warterei stürmten ANNIHILATOR auf die Bühne und legten auch gleich mit dem Superhit "King Of The Kill" des gleichnamigen Albums los. Ab sofort blieb kein Haar mehr beim anderen und die Meute feierte die Band als würde es kein Morgen geben. Auch die folgenden neuen Tracks "Snap", "Suicide Society" und "Creepin' Again" des aktuellen Langspielers "Suicide Society" kamen sehr gut an. Auch wenn es im Nachgang zu einigen, mir absout unverständlichen Kommentaren kam, dass Jeff das Singen besser bleiben lassen sollte. Es wurde mitgesungen und fast niemand blieb hier still stehen. Jeff hat einen super Job am Mikro hingelegt - schließlich war der aktuelle Silberling nicht der erste, den er alleine aufnahm.


Neben der ein oder anderen Anekdote aus den frühen Jahren der Band und was man so alles mit einem Herrn Waters erleben konnte, oder auch nicht, fanden auch die Stücke aus den "early days" sehr hohen Anklang. Neben "Set The World On Fire" und "W.T.Y.D" wurden auch "Never, Neverland" und zum Beispiel "Second To None" freudig bejubelt. Nachdem "Refresh The Demon" gespielt wurde folgte eine kurze Pause für die Herren an den Saiten und es gab ein Drumsolo zu bestaunen, bei dem sich Mike Harshaw mit einigem Ruhm bekleckerte. Im Nachhinein etwas Zeitverschwendung, aber dazu kommen wir gleich noch.

Nach dem starken "Phantasmagoria" folgte der fieseste Ohrwurm in der Geschichte des Metal. Das eigentlich als Kinderlied für Jeffs Sohn Alex geplante "Chicken And Corn" landete - vermutlich aus einer Bierlaune heraus - auf dem Album und konnte so auch immer mal wieder in eine Setliste geraten. Ich möchte mich hiermit nochmal persönlich bei Jeff bedanken, dass dieses Lied tatsächlich den Schlaf raubte und das Hirn eine Weile mit nicht ganz so hoch intelligenten Lyrics beschäftigen sollte....

Noch eine Anekdote zur Entstehung des Namens von "Kraf Dinner" und es folgte selbgier Song nebst "21". Da die Band auch schon Zeichen bekam, dass die Zeit für das Set langsam zur neige gehe und man doch bitte zum Ende kommen sollte, bat Jeff den LJ (Lightjockey) doch bitte das Licht aus zu machen, wenn die Zeit um wäre. Gesagt - getan und schon stand die Band für einen Moment im Dunkeln. Nein "-5" waren es noch. Also noch schnell den Überflieger "Alison Hell" hinterher und dann musste die Show leider beendet werden, ohne die geplante Zugabe "Human Insecticide" spielen zu können. Die Räumlichkeiten wurden nun für die Disco benötigt, also gute Nacht Metalheads!


Trotz Set-Kürzung und dem ein oder anderen technischen Problem (Jeffs In-Ear hatte irgendwann den Geist aufgegeben und so musste er hier "oldschool" über die Monitore weiter spielen, für den Profi aber auch kein Problem!), war diese Show von ANNIHILATOR eine der besten Konzerte, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Mit so viel Energie und Power, wie sie die Band hier von der Bühne strahlten, stellten so manche junge Band (Jeff ist ja schon fast 50, wenn man das hier mal erwähnen darf) in den dunkelsten Schatten! Auch wenn der Bandkopf wohl schon sehr gerne sehr viel erzählt, ist es immer wieder die Anreise wert zu weiteren Konzerten zu kommen.

So wollte ich dies auch tun und fand mich am folgenden Abend in Köln wieder vor der Halle ein. Hier musste das Event allerdings leider kurzfristig abgesagt werden, sodass die Vorfreude zur nächsten "Jeff Waters-Show" noch eine Weile anhalten muss.

(Sarah Jacob)

Setlist:

Intro: Rock You Like a Hurricane (Scorpions song)
01. King of the Kill
02. Snap
03. Suicide Society
04. Creepin' Again
05. No Way Out
06. Set the World on Fire
07. W.T.Y.D.
08. Never, Neverland
09. Tricks and Traps
10. Bliss
11. Second to None
12. Refresh the Demon
13. City of Ice
14. Brain Dance
15. Phantasmagoria
16. Chicken and Corn
17. Kraf Dinner / 21
18. Alison Hell

Encore: entfallen