IN THIS MOMENT - 2014-02-24 - Köln, Essigfabrik (D)

Support: Fearless Vampire Killers, Starset

Dienstag Abend, es ist dunkel und kalt und die Schlange vor den Toren der Kölner Essigfabrik bewegte sich auch um Punkt 19 Uhr keinen Meter. Dabei sollte doch schon Einlaß sein...

Dann endlich, mit etwas Verspätung, hörte man das klappern der Metalltore und die wartende Meute strömte, von den Securities kontrolliert gen Halle.


Es sah in der Schlange tatsächlich voller aus, als es dann wirklich war. Gut, die ersten beiden Supportbands kannten vermutlich eh nicht wirklich viele Besucher, daher einfach mal abwarten wie sich die Halle im Laufe des Abends noch füllen sollte.

Wie eben auch schon beim Einlaß kam auch die erste Band ganz leicht verspätet auf die Bühne. Man sah Anfangs ja schon diese komische Platte in der Mitte der Bühne stehen und alles fragte sich "Was'n das?".

STARSET, eine Band aus Ohio, haben im vergangenen Jahr ihr Debütalbum veröffentlicht und sind nun das erste Mal in Europa auf Tour. Optisch erinnerten die vier Jungs irgendwie an.... Science Fiction auf dem Mond. Die Gitarristen waren mit einer Art Masken und Backpacks bestückt und der Sänger wischte zwischendurch immer mal über den Touchmonitor, über den er vermutlich Audiospuren oder Musiklines, oder sowas, vom Band steuerte. Man weiß es nicht genau... Die Interaktion mit dem Publikum sollte hier auch noch etwas geübt werden. So sprach er zwar ab und an mit den Leuten, sah sie aber nicht wirklich an. Erst während dem vorletzten Song taute er anscheinend etwas auf und hob den Kopf Richtung Zuschauer. Musikalisch passte die Band leider überhaupt nicht in den Abend. Another time, another place - mal sehen, ob sie sich dann besser ins das Ganze einfügen können und dann auch Fans von ihnen erscheinen werden.

Als nächstes kamen die Briten von FEARLESS VAMPIRE KILLERS. Optisch erinnerten sie eher an eine Schülerband und so wusste auch das Publikum noch nicht so recht, was sie davon halten sollten. Die Band powerte allerdings von Anfang an voll durch und man merkte ihnen schon an, dass sie einfach Spaß daran haben, auf der Bühne zu stehen. Musikalisch passte es hier allerdings auch wieder nicht so recht zum Headliner. Es ging mehr Richtung Nu Metal - laut Facebook sollte das Genre allerdings Death Pop heißen - und Artverwandtes. Als dann aber ein Song von Elton John (I'm still Standing) angekündigt wurde, sagen die Leute auch mit. Elton John kennt man ja schließlich. Der Sound war auch hier leider nicht so prickelnd. Der Bass dröhnte seit Song drei und teilweise konnte man die Songtexte nicht verstehen. Als nettes Gimmik tauschten Sänger und Gitarrist dann noch kurzer Hand ihr Aufgabengebiet für den Rest des Auftritts. Erstaunlicherweise spielte die Band kürzer als die erste, was an sich ja eher ungewöhnlich ist...

Während der Um- und Aufbauphase wurde ein weißer Vorhang vor der Bühne hochgezogen, um die Spannung zu steigern. Diese Pause dauerte leider eine gefühlte Ewigkeit... Aber irgendwann kam dann auch endlich die Band, auf die alle gewartet hatten. 

Das Intro "The Infection" ertönte, der Vorhang fiel und IN THIS MOMENT kamen auf die Bühne. Die Band rechts und links des Podests, das in der Mitte stand. Darauf und davor die Tänzerinnen, die Sängerin Maria während des Konzerts tatkräftig unterstützten. Maria Brink selbst kam zum Song "Sick Like Me" aus der verhüllten Umkleidebox und legte auch gleich mit ihrer atemberaubenden Show los. Spinnenartig in einer Reihe mit den beiden Mädels und dann wieder allein. Am Ende verschwanden die drei wieder in der Box, die Stagehands modifizierten den Podestaufbau ein wenig und Maria und die Mädels kamen in neuem Outfit (Krankenschwestern) zum Song "Adenalize" wieder auf die Bühne. Ihre Mädels hatten, dazu passend, überdimensionale Sprizen dabei. Zu "Sex Metal Barbie" (meinem persönlichen Favorit vom Black Widow Album) wurde im Päuschen ein Sprechpodest in schickem pink auf die Bühne gestellt an dem die 'Trailerpark-Queen' (Achtung: Songlyrics!) ihre Botschaft an das Volk verkündete. Als Maria von ihrem Podest steigen wollte, konnte man sehen, dass die High Heels wohl nicht die bequemste Wahl waren. Sicherheitshalber mal festhalten. Nicht, dass hier noch ein Unglück passierte.

Nächster Song: "Burn". Neues Outfit: Maria stand auf der Bühne, mit einer Art Umhang, den sie schützend über ihre Mädels legte, die sich wie ängstliche Kinder an ihre Beine klammerten.

Nun kam die wunderschöne Akustikballade "Into The Light". Maria, nun ganz alleine auf der Bühne, saß auf einem Stuhl und wirkte wie ein kleines, verletzliches Mädchen. Die Meute jubelte, Maria freute sich und alle waren glücklich.

Als nächstes gab es einen Käfig auf der Bühne, in dem Maria ihre Show zu "Big Bad Wolf" absolvierte. Die Tänzerinnen hatten hier nun Wolfsmasken auf und gaben wieder alles. 

Nun war es an der Zeit für den Hit "Whore". Im Schulmädchengewand mit Lineal und Spitzhut, auf einem Hocker sitzend gab sie den Song zum Besten. Als Zugabe wurde "Blood" gespielt. Hier wieder etwas an die Choreo zu "Burn" erinnert.


Insgesamt konnte man sich ja bereits im Vorfeld auf eine sehr interessante und kurzweilige Show freuen, bei der einem nun wirklich viel geboten wurde. Zu jedem Song ein passendes Outfit in einer laufenden Show - DAS muss man Maria Brink nun auch erstmal nachmachen. Sehr lange Wartezeiten hab es zwischen den einzelnen Songs nicht. Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja! Eine Band war ja auch noch dabei! Durch das riesen Spektakel, das sich in der Bühnenmitte abspielte, gerieten die Jungs fast in Vergessenheit. Dabei konnte man alles den Spaß am Spielen ansehen. Vor dem Drumsolo durften sogar die Gitarristen mal auf dem Podest stehen und ihr Können im Spotlight unter Beweis stellen.

 

Ich freue mich schon sehr auf die nächste Gegenheit, mir diese Show wieder ansehen zu können!

(Sarah Jacob)

Setlist IN THIS MOMENT:

01. Intro: The Infection

02. Sick Like Me

03. Adrenalize

04. Sex Metal Barbie

05. Burn

06. Into the Light

07. Fallen Heroes

08. Black Widow

09. Drum Solo

10. Big Bad Wolf

11. Whore

Zugabe:

12. Blood