FINNTROLL - 2014-10-07 - Bochum, Matrix (D)

Support: Hatesphere, Profane Omen

Überraschend leer war es auf dem Real-Parkplatz vor der bochumer Matrix, in der ca. eine Stunde nach Ankunft die Show zu Finntroll und Supportbands starten sollte. In der Vorhalle zum eigentlichen Ort des Geschehens befanden sich auch erst ca. 20 einsame Gestalten, die darauf warteten, endlich Richtung Merch-Stand oder Bühne vordringen zu können. Viele kommen ja oft auch erst zum Hauptact, aber diesmal war dies wohl dem Bahnstreik geschuldet, dass man nicht wusste, wie, oder ob man hin und wieder nach hause kommt.

Musikalisch ging es zumindest schon mal ordentlich zur Sache. Trotz recht kurzer Setlist, boten PROFANE OMEN aus Finnland einen guten Eindruck aus deren Repertoire. Beginnend mit "Wastehead", gaben sie anschließend auch noch „Predator“, „Sonic Wings“, „Trails“, „The Instigator“ und als letzten Song „Painbox“ zum Besten. Nach 3 Jahren Abstinenz von den Bühnen der Welt, wurde auch nochmal das neue Album ("Reset"; VÖ: 13.04.2014 bei Spinefarm) erwähnt. Während der Show versuchte Sänger Jules Näveri immer wieder mit dem noch recht mau besetzten Publikum zu interagieren, aber bei der geringen Anzahl ließ sich dieses kaum darauf ein. Auch für die Power der Show war es sehr schade, dass nicht mehr Leute anwesend waren, denn die Band gab sich spürbar alle Mühe und ihr Bestes um einen guten warm up hin zu legen.

Danach konnte man tatsächlich schon den ein oder anderen Gast mehr zählen. Die Band HATESPHERE aus Dänemark ist mit bereits acht veröffentlichten Alben relativ gut bekannt in der Szene und bringt schon seit 1998 ihre Klänge in die Gemeinde. Durch einen doch sehr regen Besetzungswechsel in der Bandhistorie, könnte man meinen, die Männer hätten sich selbst noch nicht so recht gefunden, allerdings tat das alles der Energie keinen Abbruch. Shouter Esse Hansen fegte oftmals wie ein wirbelwind über die Bühne und die Band spielte recht sauber ihre Töne. So ganz 100%ig überzeugen konnten sie mich allerdings nicht unbedingt. Die Musik ist für meinen Geschmack zu sehr auf die Machenschaften von Bands wie Slayer oder Testament gemünzt und lässt noch zu wenig eigenes durch kommen. Aber ich bin mir sicher, dass sich hier auch noch viel aus der Band rauskitzeln lässt. Vielleicht hatten sie auch nur einen schlechten Tag.

FINNTROLL als Hauptact wurden von allen bereits sehnsüchtig erwartet. Die mittlerweile schon zahlreicher erschienen Fans - es dürften trotzdem nicht viel mehr als 100 gewesen sein - ließen es gleich von Beginn an richtig krachen. Nach dem gefühlt schier endlosen Intro "Vindfärd" in der Umbaupause kamen die Finnen zum Song "Manniskopesten" auf die Bühne und brachten die Fans zum kochen. Gespielt wurde das komplette Nattfödd Album, da es schließlich auch die dazu gehörige 10-Jahre-Jubiläumstour war. So kam es also, dass gerade zum Publikumsliebling "Trollhammaren" ordentlich gemosht und gebangt wurde - geradezu werden MUSSTE! Nach dem Titel "Grottans Barn" machten die Finnen erst noch eine kurze Pause um somit den restlichen Teil mit "Nicht-Nattfödd-Songs" einzuläuten. Dazu gehörte auch neueres Material wie zum Beispiel als erstes meinen persönlichen Lieblingstrack "Blodsvept", vom gleichnamigen 2013er Album. Dazu folgten ebenfalls Songs wie "Solsagan" des Albums "Nifelvind", "Nedgång" aus "Ur Jordens Djup", "Jaktens Tid" und schlußendlich die Zugaben "Skogsdotter" und "Häxbrygd" ("Blodsvept"), "Under Bergets Rot" ("Nifelvind"), und das Outro "Rök" als Finale des "Nattfödd"-Silberlings.

Den Fans schien es meist auch egal zu sein, dass sie die schwedischen Texte nicht verstehen, denn FINNTROLL machen einfach nur Spaß auf der Bühne! Die Konzerte sind eine einzige Party und zur visuellen Unterstützung der Lyrics sind die Musiker allesamt stets sehr trollig verkleidet.

Ein absoluter Konzerttip, auch für alle, die nicht unbedingt auf Folkmetal stehen. Spaß ist trotzdem garantiert!

(Sarah Jacob)