ICED EARTH - 2014-02-12 - Köln, Essigfabrik (D)

Support: Elm Street, Warbringer

In der Kölner Essigfabrik angekommen und das Equipment sortiert ging es auch schon unerwartet früh los.

Einlass 19 Uhr, wie geplant. Beginn sollte 20 Uhr sein. Warum die erste Band dann schon um 19.30 Uhr anfing ist mir nicht bekannt. Das dürfte aber jeden gefreut haben, der am nächsten Tag wieder früh aufstehen muss. Das ist eben der kleine Nachteil bei einem Konzert unter der Woche.

Wie dem auch sei, zurück zum Konzert. Elm Street betraten also, wie eben erwähnt, eine halbe Stunde zu früh die Bühne, was auch die schon anwesenden Gäste etwas wunderte. Es wurde nicht wirklich erkenntlich dunkler und man hätte meinen könnten, die Band ist noch bei ihrem Soundcheck, als Sänger und Rhytmusgitarrist Ben Batres das Publikum begrüßte. Leadgitarrist Aaron Adie und Bassist Anthony Longordo stimmten auch gleich mit ein als Drummer Tomislav Perkovic auf sein Instrument eindrosch. Die Australier waren zum ersten mal auf deutschem Boden unterwegs, was einem nicht sonderlich auffiel, denn die Stimmung war bereits recht gut und man konnte die ein oder andere Faust oder Pommesgabel in der Luft schwingen sehen. Zu hören bekam man eine ordentliche Prise Heavy Metal mit einer leicht trashig angehauchten Stimme. Klassische Gitarrenriffs, anständig Power gemischt mit netten Dubbelbass-Rhytmen. Es lohnt sich auf jeden Fall sich die Band anzuhören und ich hoffe genauso, dass sich die Aussies mal wieder in unseren Gefilden blicken lassen!

Etwas agressiver ging es danach mit Warbringer weiter. Die Gitarristen John Laux und Jeff Potts unterstützt von Bassist Ben Mottsman und Drummer Carlos Cruz schmettereten gleich zu Anfang trashige Melodien gen Publikum und als Sänger John Kevill, mit einem Gesichtsausdruck, der einen leichten Anflug von Wahnsinn beinhaltete, los legte, ging die Post im Publikum ab. Klar, man kennt die Band bereits, brachte sie doch gerade ihr 4. Studioalbum ("Warbringer IV: Empires Collapse") auf den Markt. Der Aufruf zu einem Circlepit kam einige Male während der Show auf, genauso wie das vermutlich nett gemeinte "Bang your f**king head, Motherf**kers!". Einen Circlepit konnte ich nicht genau erkennen, es flogen aber einige Haarschopfe in der Menge herum, daher kann man davon ausgehen, dass die Band bei einem großen Teil der Gäste sehr gut ankam.

Zum Hauptact des Abends... eingeleitet von mystischen Klängen betrat als erstes Drummer Jon Dette sein Reich. Kurz darauf kamen ebenfalls Mastermind Jon Schaffer, Gitarrist Troy Seele und Bassist Luke Appelton auf die Bühne. Als letztes kam dann Sänger Stu Block raus und legte auch geich mit dem ersten Song und Titeltrack des aktuellen Langspielers "Plagues Of Babylon" los. Bei diesem Stück wirkte das Publikum noch etwas verhalten, was jedoch von den folgenden Tracks "Democide" (ebenfalls "Plagues Of Babylon") und "V" (Album: "Dystopia" (2011)) wieder wett gemacht werden konnte.

 

Wer sich beim Song "Among The Living Dead" ("Plagues Of Babylon"), der zusammen mit Hansi Kürsch (Blind Guardian) aufgenommen wurde, auf dessen gesangliche Unterstützung gefreut hatte, der wurde leider enttäuscht. Denn Herr Kürsch war lediglich einen Tag später bei der Show in Bochum zu Gast. Nichts desto trotz lässt dieser Song vielleicht auch auf ein neues Werk von Demons & Wizards hoffen?!

 

Insgesamt standen generell einige neue Titel auf der Setliste - klar, es ist ja auch die Tour zum neuen Album. Die größten oder bekanntestes Hits suchte man hier allerdings auch vergebens. Dagegen fand man diverse Titel, die selten live gespielt wurden, was viele der Fans ganz besonders zu freuen schien.

The Party goes on und so beachtete man wohl weniger, dass von den ersten drei Langspieler außer der Bandhymne "Iced Earth" ("Iced Earth" (1991)), kein einziger der Titel zum Besten gegeben wurden.

 

Ein wenig zu schmunzeln gab es bei der Show auch, als Stu Block zum Track "Vengeance Is Mine" ("The Dark Saga" (1996)) die Maske aus dem Film "V for Vendetta" aufstetze, die bislang fast unbemerkt am Schlagzeug hing. Nach kurzer Zeit schien der Frontmann allerdings gemekt zu haben, dass man damit nicht wirklich gut singen kann und somit war das dann auch schnell abgefrühstückt.

 

Als erste Zugabe wurde der Titeltrack des letzten Albums "Dystopia" ("Dystopia" (2011)) gespiielt und als alten Liebling folgte darauf hin noch der Song "Watching Over Me" ("Something Wicked This Way Comes" (1998)), der von den Fans lauthals mitgesungen und gefeiert wurde und natürlich den eben bereits erwähnten Rausschmeißer "Iced Earth".

Auf der letzten Tour war ich ein wenig enttäuscht von Stu Blocks Stimme. Er schien nicht ganz in Form zu sein. Bei diesem Konzert gab es allerdings nichts zu bemängeln. Er traf seine Töne und die Fans haben ihn offensichtlich schon in die Iced Earth-Familie aufgenommen.

Die komplette Band hatte definitiv viel Bock auf diese Tour, was man vor allem Gitarrist Troy Seele und Bassist Luke Appelton ansah. Einzig Bandchef Jon Schaffer stand zeitweise ein wenig teilnahmslos an der Seite wie vor sein Mikro genagelt und bearbeitete konzentiert die Saiten seiner Gitarre. Das hat der Stimmung allerdings keinen Abbruch getan. Die Menge tobte, die Noten saßen.

 

Hammer Party; viele wackelnde Köpfe, fliegende Haare, ein Meer aus Pommesgabeln und/oder Fäusten... Das war das Rezept für einen sehr gelungenen Abend!

Was soll man sagen? Iced Earth können es einfach und damit freue ich mich bereits auf die nächste Tour, wenn die Amerikaner wieder über den großen Teich kommen!

 

(Sarah Jacob)

Setlisten

Elm Street

01. Heartracer

02. Barbed Wire Metal

03. Merciless Soldier

04. Heavy Metal Power

05. Face The Reaper

06. Elm St's Children

Warbringer

01. Scars Remain

02. Iron City

03. Severed Reality

04. Living Weapon

05. Future Ages Gone

06. Total War

07. Living In A Whirlwind

08. Towers Of The Serpent

09. Hunter-Seeker

Iced Earth

01. Plagues of Babylon

02. Democide

03. V

04. If I Could See You

05. The Hunter

06. Among The Living Dead

07. Burning Times

08. Red Baron/Blue Max

09. Blessed Are You

10. Vengeance Is Mine

11. Cthulhu

12. My Own Savior

13. The End?

14. A Question Of Heaven

15. The Coming Curse

16. Dystopia

17. Watching Over Me

18. Iced Earth