TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA - 2014-01-16 - Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (D)

Kurz vor 20 Uhr an der Halle angekommen, ist es erfreulicherweise schon relativ gelichtet vor dem Eingang, sodass wir schnell in den Vorraum kommen und die üblichen Konzert-Vorbereitungen hinter uns bringen konnten.

In der eigentlichen Halle angekommen, sieht es im Zuschauerbereich teilweise relativ leer aus. Hier und da noch freie Stühle und die Tribünen sind ebenfalls nicht vollständig besetzt. Als wir dann pünktlichst unsere Plätze einnehmen, schaffen wir es gerade noch uns zu sortieren und alles Unnötige zu verstauen als auch schon das Licht aus geht und die ersten Töne erklingen.

Zu Beginn lauschen wir dem ersten Stück "Time And Distance", welches von einem Chor gesungen wird, der aus allen Leadsängern besteht und seitlich an der Bühne steht. Beim folgenden Stück "Winter Palace" verlässt der Chor die Bühne und wir erleben die ersten beeindruckenden Bilder auf der LED-Leinwand und es "entflammt" ein Feuer vor dem Drumkit. Es schießen die Scheinwerfer durcheinander, die Flashlights bekommen genügend Einsatz und sollte der Zuschauer nun nicht schon total aus dem Häuschen sein, ist ihm hier später auch nicht mehr zu helfen.

 

Nach diesem Instrumental betritt der Geschichtenerzähler Bryan Hicks die Bühne und führt uns in den nächsten Song "This Is The Time" ein, zu dem Sänger Jeff Scott Soto unter kreischen und pfeifen des weiblichen Publikums die Bühne betritt und alle samt blendend durch seine Bühnenpräsens unterhält.

Vom "Christmas Jam", bei dem wir uns am musikalischen Können des Leadgitarristen Al Pitrelli erfreuen können, kommen wir zum nächsten Stück "Handful Of Rain", gesungen von Erika Jerry, deren tiefe und kraftvolle Stimme zum einen perfekt zum Song passt und zum anderen eine Gänsehaut entfacht die sich so schnell nicht wieder legt.

Nach "A Last Illumination" kommen wir zum nächsten Savatage-Song "Gutter Ballet", der uns von Nathan James' geballter Stimmpower um die Ohren geschleudert wird. Spätestens hier kann niemand mehr still auf dem Stuhl sitzen bleiben.

Zum folgenden Stück "Misery" leitet abermals Geschichtenerzähler Bryan Hicks ein und danach betritt ebenfalls zum zweiten Mal Jeff Scott Soto die Bühne um die Musik und deren Geschichte erneut in ein Spektakel zu verwandeln."Mephistopheles' Return" wird von Rob Evan zum Besten gegeben. Anhand seiner Stimme kann man klar heraus hören, dass seine musikalische Heimat der Broadway ist.
Das Stück "The Marriage Of Figaro" (komponiert von Mozart) wurde in einer entsprechend rockigen Version dargeboten und hier fiedelt sich die E-Geigerin Asha Mevlana um Kopf und Kragen und beeindruckt mit ihrem handling des Instruments.

Nach "Sparks", gesungen von Jeff Scott Soto, betritt wieder Bryan Hicks die Bühne und übergibt nach einigen Worten den Applaus an Andrew Ross, der den Song "The Hourglass" singt und hier wieder lautstark vom gesamten Lead-Sänger-Chor unterstützt wird. "Someday" ist nun eine gefühlvolle Ballade von Nathan James gesungen, gefolgt vom Powersong "Child Unseen" mit Kayla Reeves am Mikrofon. Mit "All That I Bleed" kann Nathan James abermals sein Können unter Beweis stellen und entführt die Zuschauer mit seiner einfühlsamen Stimme in die Welt der Geschichte von Trans-Siberian Orchestra.
Zu "Believe" kommt Robin Bornemann auf die Bühne. Im ersten Moment könnte man aber meinen, es sei Joe Cocker, zumindest hat er eine Gesagsart, die dem sehr nahe kommt. Kratzig, rauchig und kraftvoll.

"Wish Liszt (Toy Shop Madness)" bringt erneut E-Geigerin Asha Mevlana in den Mittelpunkt.

Nebst einem stetigen Wechsel aus Sitzen und Stehen während der gesamten Show, bleibt auch der komplett bestuhlte Saal in Bewegung. Es erscheint wieder Bryan Hicks gefolgt von Sägerin Chloe Lowery, die die Töne zu "After The Fall" anstimmt, gekleidet in ein schickes Abendkleid. So fällt sie damit aus der Reihe ihrer "Kollegen", die sonst gut aufeinander abgestimmte Kostüme tragen. Nach einigen weiteren Stücken wird nebst der deutschen Nationalhymne auch noch "Beethoven 5th" gespielt und "Christmas Eve (Sarajevo 12/24)" darf als Abschluss eines unglaublichen Abends natürlich auch nicht fehlen.


Die gesamte Show ist atemberaubend und beeindruckt durch Licht, Laser, Feuer und Musik. Man weiß manchmal nicht, wo man zuerst hingucken soll. Theoretisch hätte dieses aufregende Spektakel auch gänzlich ohne Gesang auskommen können, allerdings muss man an dieser Stelle auch erwähnen, dass alle Sängerinnen und Sänger eine absolut grandiose Leistung gebracht haben. Es gab nicht einen verfehlten oder schiefen Ton. Alles saß perfekt wo es sitzen sollte.

Bei der Auswahl der Gruppe wurde offensichtlich ein Teil der Musikelite herausgepickt.

Fazit: Eine definitiv sehenswerte Show die sich jeder Liebhaber von Rock/Metal und Klassik einmal ansehen sollte! Hier kommt bestimmt jeder auf seine Kosten. So hört man auch aus dem Zuschauerraum immer wieder begeisterte Kommentare, wie zum Beispiel "Ich raste aus - ist das GEIL!!!", mit dem der Zwischenrufer vermutlich allen Anwesenden aus dem Herzen gesprochen hat und sogar den Musikern auf der Bühne ein Lächeln abgerungen hat. Ob sie es verstanden haben? Man weiß es nicht.

 

(Anne Meier & Sarah Jacob)

Setlist:

01. Time And Distance

02. Winter Palace

03. This Is The Time (1990) (Savatage cover) (with Jeff Scott Soto)

04. Christmas Jam

05. Handful Of Rain (Savatage cover) (with Erika Jerry)

06. A Last Illusion

07. Gutter Ballet (Savatage cover) (with Nathan James)

08. Misery (with Jeff Scott Soto)

09. Mephistopheles' Return (with Rob Evan)

10. Mozart/The Marriage Of Figaro (with Asha Mevlana)

11. Sparks (with Jeff Scott Soto)

12. The Hourglass (Savatage cover) (with Andrew Ross)

13. Someday (with Nathan James)

14. Child Unseen (with Kayla Reeves)

15. All That I Bleed (Savatage cover) (with Nathan James)

16. Believe (Savatage cover)

17. Wish Liszt (Toy Shop Madness)

18. After The Fall (with Chloe Lowery)

19. Wizards In Winter

20. Dreams Of Fireflies (On a Christmas Night)

21. Carmina Burana

22. Epiphany (with Rob Evan, backings: Andrew Ross)

23. The Mountain

24. Piano Solo (with Vitalij Kuprij; including National Anthem)

25. Beethoven

26. Requiem (The Fifth)

27. Christmas Eve (Sarajevo 12/24) (Savatage cover)