IRON MAIDEN - 2013-07-06 - Oberhausen, An der KöPi-Arena (D)

Support: Voodoo Six, Ghost, Sabaton

Einleitend lässt sich schon mal sagen, dass das Gelände an der KöPi-Arena sehr großzügig bemessen war und gleich hinterher schon mal ein Lob an die Organisation! Nur einer gewissen Anzahl an Gästen via farbigem Bändchen Zutritt zum "Front of Stage Pit" zu verschaffen ist wirklich eine sehr gute Idee!! Soetwas hätte ich mir in Frankfurt auch gewünscht, denn hier wurden offenbar einfach wahllos viele Menschen nach vorne gequetscht...

Aber dazu später noch einmal mehr...

 

Bei einem Einlass um 15 Uhr am Nachmittag und gefühlten 40 Grad warteten wir also gespannt in der Sonne bei Bier und Wasser - viiiiiiiel Wasser - auf den Beginn des Konzertes und den ersten Act.

Als VOODOO SIX dann auf die Bühne kamen war die Stimmung gleich sehr gut. Die Band wirke für mich in besserer Form als in Frankfurt und somit hat mir der Auftritt insgesamt auch gleich viel besser gefallen. "Falling Knives" eröffnete erneut die Show, gefolgt von "Sink Or Swim". Beide vom neuen Album "Songs To Invade Countries To" welches am 11. Juni 2013 erschien. Die Technik funktionierte von Anfang an, der Sound war gut eingestellt und so konnten die Briten um Sänger Luke Purdie dem Publikum ordentlich einheizen. Ich habe das Gefühl, dass sich die Band während der bisherigen Tour in die Herzen der Maiden-Anhänger gespielt hat. Und so endete der erste Act unter Applaus und "Voodoo Six"-Rufen mit dem Song "Long Way From Home" des "Fluke?"-Longplayers aus dem letzten Jahr.

Auf die kommende Band war ich schon sehr gespannt, denn bisher hatte ich noch nichts von GHOST gesehen oder gehört - zumindest nicht bewusst. Als das Backdrop aufgehängt wurde, schrie den Fans eine knallrote Wand entgegen. Die Musiker betraten die Bühne zu Kirchengesang die Bühne, komplett in schwarze Gewänder und Masken, die nach einer Mischung aus Darth Vader und einem Vogelkopf aussahen, gekleidet. Hierzu gab es schon einmal viel Gelächter im Publikum und man konnte fast die Fragezeichen über den Köpfen der Besucher sehen. Als dann Sänger 'Papa Emeritus II.' in schwarzen Papst-Gewand die Bühne betrat und mit seiner dünnen Stimme den Gesang anstimmte, war vielen gleich klar, dass diese Band nicht in das Programm passt. Von den Fans immer wieder zwischen den Songs ausgebuht gab die Band, bestehend aus den fünf "Nameless Ghoul" an Gitarren, Keyoard und Schlagzeug Titel wie "Per Aspera ad Inferi", "Con Clavi Con Dio" und "Prime Mover" zum besten und verabschiedete sich dann mit dem Titel "Ritual". Ich habe negative als auch positive Rückmeldungen zu GHOST gehört und wer weiß, in einer anderen Band-Konstellation hätten sie vielen vermutlich besser gefallen. Im Endeffekt ist es doch alles Geschmackssache.

Nach einer kurzen Umbaupause erklangen die Töne zu "The March To War" und als letzter Support stürmten SABATON zu "Ghost Division" auf die Bühne. 

Darauf folgte „Gott mit uns“ (bei einem Song durften auch die Gitarristen Chris Rörland und Thorbjörn Englund eine Strophe zum Besten geben, was es so ja auch nicht oft gibt. Eine nette Idee!) und „Carolus Rex“, beide vom gleichnamigen, aktuellen Longplayer. Mit „Karolinens bön“ spielte die Band auch einen schwedischen Track und Sänger Joakim Brodén erzählte uns, dass das Album „Carolus Rex“ ebenfalls auf Schwedisch erhältlich wäre. Nebst der ein oder anderen Anekdote aus dem Schwedischen und Deutschen Sprachgebrauch verstummten die Sabaton-Rufe und Joakim meinte, dass er in Deutschland immer anstatt „Sabaton“, „Noch ein Bier!“ zugerufen bekäme, was das Publikum auch sofort umsetzte und ihn somit „überredete“ diverse Flaschen Bier zu exen. Meiner Meinung nach kam das etwas vom Sänger provoziert rüber, als würde es einfach mit zur Bühnenshow gehören. Das werde ich bei anderen Konzerten noch mal überprüfen müssen. Meine anfänglichen

Bedenken (ich kann es einfach nicht leiden, wenn eine Band so extrem ‚gehypt‘ wird – das macht sie mir immer erst einmal unsympathisch) lösten sich auch sehr schnell in Luft auf. Musikalisch passt hier alles zusammen. Pär Sundström (Bass), Chris Rörland (Gitarre), Thobbe Englund (Gitarre) und Snowy Shaw (Drums) spielen einen sehr schönen, typisch skandinavischen Power Metal zu dem vor allem die Lyrics der aktuellen CD sehr gut passen. Diese handeln von der Geschichte Schwedens und verleihen dem einen oder anderen Lied einen schönen heroischen und hymnischen Touch. Was ich etwas schade finde, ist, dass man zeitweise sehr deutlich ein Keyboard hören kann, aber es niemand spielt. Da würde ich mir wünschen, dies auch noch auf die Bühne zu bringen. Sonst finde ich keinen Grund für Beschwerden. Ich werde mir SABATON auf jeden Fall noch ein paar Mal ansehen. Die Show macht Spaß, die Band macht Stimmung - man kann ihnen ansehen, dass sie mit ganzem Herzen bei der Sache sind, und alle sind glücklich!

 

Tja. Und nun? Na IRON MAIDEN natürlich! Gegen 20:45 war es dann auch endlich soweit und wir konnten das Intro „Doctor Doctor“ hören, bei dessen Ende der Bühnenaufbau dann ebenfalls enthüllt wurde.

Zu „Moonchild“ kamen die Briten auf die Bühne und rockten auch gleich mit den Fans zusammen ordentlich los! „Can I Play With Madness“ und „The Prisoner“ wurden gefeiert und man konnte teilweise nur noch Arme in der Luft sehen. Nach der Verschnaufpause bei „Afraid To Shoot Strangers“ ging es gleich wieder richtig ab als „The Trooper“ angestimmt wurde und Bruce Dickinson die britische Fahne schwenkte. Hier blieb nun wirklich niemand mehr still stehen. Die Klassiker „The Number Of The Beast“, „Phantom Of The Opera“ und natürlich „Run To The Hills“ waren auch wie immer sehr beliebt. Hierbei besuchte uns Eddie wieder als General Custer und spielte mit Janick Gers ein bisschen Gitarre bevor er sich am Ende des Songs wieder von der Bühne begab. Nach "Wasted Years" folgte "Seventh Son Of A Seventh Son" und hier stellten Adrian Smith, Dave Murray, Janick Gers und Steve Harris unter den wachsamen Augen des Clairvoyant-Eddie erneut unter Beweis, dass ihnen so schnell keiner was an ihren Instrumenten nachmachen kann. Auf „The Clairvoyant“ folgte dann der mit Freuden erwartete Song

„Fear Of The (almost) Dark“ gespielt, bei dem eine sehr atmosphärische Stimmung aufkam, da passend dazu die Sonne rechts der Bühne unterging. Zu „Iron Maiden“ gab es dann wieder den Seventh Son-Eddie hinter Drummer Nicko der nach rechts und links guckte und in dessen Hand sein Herz schlug (ich will ja nicht kitschig klingen, aber das war sehr süß!).

Nach einer kurzen Pause ging es nochmal laut und schnell los als „Aces High“ gespielt wurde, gefolgt von „The Evil That Men Do“ und als Abschluss heizte „Running Free“ noch einmal richtig ein. Der übliche Rausschmeißer „Always Look On The Bright Side Of Life“ durfte natürlich auch nicht fehlen.

Bruce Dickinson zeigte sich während der Show mal wieder von seiner gesprächigen Seite und fragte die Meute "Wer kommt hier aus Oberhausen?" - "Oder aus Dortmund?" - "Oder aus Düsseldorf?" - "Ich kann ja jetzt nicht alle Städte aufzählen. Ich nenne es einfach mal Rheinland!" oder auch eher lustig: "Das ist Currywurst!" und "Das ist Schweinshaxe!". Sieht so also das Menü a lá Iron Maiden aus?

 

Unter den anwesenden 26.500 Fans die aus aller Welt angereist sind, ist die Stimmung natürlich groß, das Bier lief in rauen Mengen, sodass es zwischenzeitlich sogar mal Lieferschwierigkeiten gab, die Oberkörper wurden von Stoff befreit, die Haare wehten. Alles in allem wieder ein wahnsinnig gutes Konzert! Mit immer wechselnden / an die Songs angepassten Backdrops, den verschiedenen Eddie-Varianten, der Power auf der Bühne, die die Musiker rüber bringen einer perfekten Licht- und Pyroshow wird ein IRON MAIDEN-Konzert immer wieder erneut zu einem Erlebnis der Superlative! Die Jungs werden einfach nicht langweilig oder ruhiger und so bleibt zu hoffen, dass wir noch einige Jahre etwas von Ihnen haben werden!

 

Die Orga war, wie schon erwähnt, super! Man hatte selbst bei Iron Maiden noch schön Platz um sich rum, dass man sich bewegen konnte. Was ich allerdings ein Unding fand, sind die Getränkepreise. Ich meine... HALLO??? Man steht draußen, ohne Schatten und soll dann für ein popliges Mineralwasser 4,50 Euro zahlen?? Das finde ich definitiv NICHT gut! Okay, es gab eine Wasserstelle bei den Dixi-Toiletten (die im Übrigen löblicherweise - für Dixis - extrem sauber und zahlreich vorhanden waren), aber das begründet meiner Meinung nach nicht, dass man Mineralwasser dafür so teuer verkaufen muss.

 

Wir sehen uns in Stockholm! Up The Irons!

 

(Sarah Jacob)


Setlists

Sabaton

01. The March To War

02. Ghost Division

03. Gott Mit Uns (English Version)

04. Carolus Rex (English Version)

05. Into the Fire

06. Karolinens bön

07. Swedish Pagans

08. Dominium Maris Baltici

09. The Lion From the North

10. The Art of War

11. Primo Victoria

12. Metal Crüe

13. Dead Soldier's Waltz

Iron Maiden

Intro:

Doctor Doctor (UFO cover)

 

01. Moonchild

02. Can I Play with Madness

03. The Prisoner

04. 2 Minutes to Midnight

05. Afraid to Shoot Strangers

06. The Trooper

07. The Number of the Beast

08. Phantom of the Opera

09. Run to the Hills

10. Wasted Years

11. Seventh Son of a Seventh Son

12. The Clairvoyant

13. Fear of the Dark

14. Iron Maiden

 

Encore:

15. Aces High

16. The Evil That Men Do

17. Running Free

 

Outo:

Always Look on the Bright Side of Life