Iron Maiden – 2013-06-11 - Frankfurt, Festhalle (D)

Support: Voodoo Six

Dank des Iron Maiden-Fanclubs und dessen fttb-Angebot (first to the barrier), hatten wir verfrühten Einlaß in die Festhalle in Frankfurt und mussten so nicht in der Masse der Fans am Haupteingang warten.

Da einige Menschen wohl die Bedeutung der Aussage „NICHT rennen!“ nicht verstanden, wurden von den geschätzten 80 – 100 Fans die beiden Securitys die uns in die Halle geleiten sollten, beinahe über den Haufen gerannt und andere Fans an den Flügeltüren geschubst und gequetscht... Nicht sehr schön, aber so ist das leider nun mal.

In der Halle angekommen war die Platzauswahl natürlich noch sehr groß und so stellten wir uns direkt vor den Wellenbrecher mittig der Bühne in der Hoffnung später nicht so gequetscht zu stehen.

 

Nach einer ewigen Wartezeit bis zum Beginn der Show kamen die ebenfalls britischen Supporter von Voodoo Six auf die Bühne. Bisher hatte ich noch nichts von der Band gehört und so ließ ich mich überraschen was hier auf uns Fans zukommen sollte.

Musikalisch lag das Genre nicht ganz so fern der Musik zu Iron Maiden, wie manch anderer zuvor ausgewählter Opener. Nicht ganz Heavy Metal, jedoch recht guter, solider Hard Rock mit Metal-Ambitionen.

Anfänglich hatte Gitarrist Chris Jones noch einige technische Probleme, die ihn daran hinderten, sein Werkzeug richtig zu nutzen. Pünktlich zum dritten Song hatte der Fehlerteufel aber entschieden, sich zu verziehen und so konnte man dann gänzlich in den Genuß der Musik kommen.

Sänger Luke Purdie gab alles und schaffte es immer wieder die Fans zu animieren. Tony Newton (Bass), Matt Pearce (Gitarre) und Joe Lazarus (Drums), scheinen ein generell gut eingespieltes Team mit dem Rest der Band zu sein.

Was mir allerdings fehlte, war etwas mehr interaktion des Sängers mit dem Publikum. Es gab leider kein „Wer wir sind“, „Was wir machen“ und „Was wir schon gemacht haben“. Wer die Band vorher nicht kannte, weiß ohne eigene Recherche leider jetzt auch nicht viel mehr als vorher. Daran gilt es noch zu arbeiten. Ansonsten bin ich mit dem Auftritt recht zufrieden.

Nach einer weiteren Stunde Umbauphase ertönte nun bei voller Beleuchtung das übliche Intro „Doctor, Doctor“ (eine Coverversion des UFO-Songs aus dem Album Phenomenal). Währenddessen wurde die – ganz nach Art von Christo – eingepackte Bühne ausgepackt und wir konnten endlich einen Blick auf die Gestaltung im aufgewerteten Stil der '88 Seventh-Son-Tour werfen. Dieser Anblick alleine war schon atemberaubend, doch als IRON MAIDEN dann auch endlich mit dem ersten Song „Moonchild“ auf die Bühne stürmten, lag das Augenmerk definitiv nicht mehr auf der Deko.

Nach „Can I Play With Madness“, „The Prisoner“ und „2 Minutes To Midnight“, ging es im Publikum so richtig rund als die Hits „The Trooper“ und „The Number Of The Beast“ gespielt wurden. Danach ging es mit „Phantom Of The Opera“, einem der längeren Stücke des Abends, weiter gefolgt von „Run To The Hills“ in dem uns Maskottchen Eddie in Gestalt von General Custer besuchte und mit Janick Gers zusammen auf dessen Gitarre spielte (hierzu gibt es div. Mitschnitte auf Youtube). Nach „Wasted Years“ ging es zum Titelsong dieser History-Tour „Seventh Son Of A Seventh Son“ bei welchem Eddie als Clairvoyant hinter Drummer Nicko McBrain erschien. Als nächstes folgte „The Clairvoyant“ und danach ertönte das Intro zu „Fear Of The Dark“ derweilen sich Sänger Bruce Dicksinson, mit dem Rücken zum Publikum gedreht, im Spotlight mit Schattenspielen die Zeit vertirieb.

Während diesem Klassiker flippten die Leute gänzlich aus und standen auch beim darauf folgenden Schlußsong des Hauptteils „Iron Maiden“ nicht mehr still. Bei diesem Song war es schon immer üblich, dass Eddie nochmal im Hintergrund der Bühne als riesige Figur erscheint. Diesmal im Stil des entsprechenden Seventh Son-Plattencovers mit pulsierendem Herz in der Hand.

Nach einer kurzen Pause ging es mit meinem persönlichen Highlight „Aces High“ weiter, gefolgt von „The Evil That Men Do“ und dem Schlußtitel „Running Free“. Ein absolutes Knaller-Trio, welches jedem Fan die letzten Kräfte entzogen haben dürften.

Wie gewohnt präsentierten sich alle 6 Musiker in bester Form. Bassist und Mastermind Steve Harris beschäftigte sich wie immer sehr viel mit dem Publikum während er seinen Bass bearbeitete, Adrian Smith gab alles an seinem 6-Saiter, Dave Murray erschien mit neuer, schicker „Außenfönwelle“ und erfreute sich die komplette Show über am Spaß der Fans, Janick Gers drehte – wie immer – völlig auf und wirbelte mit Gitarre über die Bühne. Von vorne nach hinten und rechts nach links. Nach seinem „Absturz“ beim Metal 2000 Open Air in Mannheim, macht man sich doch immer etwas Sorgen, aber alles ging gut! Von Nicko McBrain ist leider nicht mehr viel zu sehen. Gefühlt wird der Drummer in immer mehr Schlagzeug eingebaut. Aber: je weniger man sieht, desto mehr kann man hören! Und so wurde von seinem erneut beeindruckenden Schlagzeugspiel das musikalische Highlight des Abends komplettiert. Sänger Bruce Dickinson wirkte wie immer in absoluter Höchstform und gesanglich habe ich ihn noch nie so gut erlebt wie an diesem Abend.

WAHNSINN – kann man da nur sagen!!!

Neben dem natürlich absolut genialen Auftritt der Band gab es noch das übliche Tamtam mit Pyroshow (nicht, dass es nicht auch so schon heiß gewesen wäre, aber das muss einfach sein!), Lichteffekten und dem ganzen drum und dran, was zu einer Iron Maiden Show gehört.

Als Metal Fan muss man diese Band einfach mal live gesehen haben! Es ist immer wieder ein unglaubliches Erlebnis mit so viel Liebe zum Detail was den Bühnenaufbau betrifft - es gab zu jedem Song eine passende Leinwand im Hintergrund! - und man kann jedes Mal sehen, wie viel Spaß die Band an den Auftritten hat.

 

In diesem Sinne: "IRON MAIDEN's gonna get all of you!!"

 

Zum Rest lässt sich nur soviel sagen, als dass die Festhalle in Frankfurt mit die schlechteste Luft bei Konzerten hat, die mir bisher bekannt ist. Akustisch ist zwar alles top, aber eine Klimaanlage oder Öffnung im Dach wäre wunderbar für die Sauerstoffzufuhr! Es wurden ja nun doch leider einige Leute aus der Menge gezogen von denen einer sogar gänzlich „weggetreten“ war. Sehr schade, ich hoffe es geht im wieder gut!

Wasser in Plastikflaschen zu verkaufen, wäre da vielleicht auch eine Maßnahme.

 

(Sarah Jacob)

 

Setlist Iron Maiden:

Doctor Doctor (UFO song)

01. Moonchild

02. Can I Play with Madness

03. The Prisoner

04. 2 Minutes to Midnight

05. Afraid to Shoot Strangers

06. The Trooper

07. The Number of the Beast

08. Phantom of the Opera

09. Run to the Hills

10. Wasted Years

11. Seventh Son of a Seventh Son

12. The Clairvoyant

13. Fear of the Dark

14. Iron Maiden

 

Zugabe:

15. Aces High

16. The Evil That Men Do

17. Running Free