STRATOVARIUS - 2013-04-14 - Osnabrück, Rosenhof (D)

Support: Amaranthe, Seven Kingdoms

In Osnabrück angekommen, wunderten wir uns zuerst mal über die Größe der Location des Abends.

Von außen sieht man erstmal eine Kneipe, aber das konnte ja nicht der Ort des Geschehens sein.

 

Um 19 Uhr sollte Einlaß sein. Bis dahin wurden die ca. 30 – 40 wartenden Fans von AMARANTHE-Gitarrist Olof Mörck unterhalten, der alle seine (vollen!) Weinflaschen aus dem Tourbus in einer Reihe vor selbigem aufgestellt hat und ganz stolz erst mal ein Foto davon machte. Danach wurde ihm noch beim Einpacken in einen Koffer geholfen und während dem ganzen Schauspiel gab’s das ein oder andere nette Geplausche mit den Fans. Fotos durften natürlich auch gemacht werden.

 

Pünktlich zum Einlass öffneten sich dann auch die Türen und wir konnten endlich den Raum sehen, in dem das Konzert stattfand. Etwas verwundert stellten wir dann fest, dass die doch eher gemütliche Atmosphäre mit Stehtischen und Hockern ca. 5 Meter vor der Bühne, eher an einen ruhigen Jazzabend erinnerte, als an ein Power Metal-Konzert.

Schnell mal umgeguckt und Getränke organisiert, haben wir uns dann einen Platz neben den Technikern auserkoren um dem Treiben einen guten Überblick zu haben.

Die erste Band des Abends, SEVEN KINGDOMS, sollte um 20 Uhr anfangen; und so waren auch die bereits anwesenden paar Leute – es werden inzwischen max. 100 gewesen sein – sehr verwundert, als um 19.30 Uhr die Band auf der Bühne stand und sich der Tontechniker kopfschüttelnd an seinen Arbeitsplatz begab. Die Band fing nun doch eine halbe Stunde früher an. Ich persönlich bin bei weiblichen Stimmen immer etwas skeptischer, da mir nicht alle Gesänge gefallen. Opernarien sind nicht so mein Fall. Daher war ich positiv überrascht, als Sängerin Sabrina Valentine gleich mit dem ersten Powersong loslegte. Eine „normale“ Stimme, die sich definitiv nicht in der Szene verstecken muss und die auch in höheren Stimmlagen noch sehr gut, kraftvoll und sicher klingt.

Leider waren die Fans während der Show etwas müde – es muss wohl am Sonntag gelegen haben. Die Band hatte aber trotzdem ihren Spaß auf der Bühne, was man allen Bandmitgliedern ansehen konnte. Sogar Gitarrist Camden Cruz, der sich bei einem Sturz die rechte Hand verletzt hatte und im Krankenhaus genäht werden musste, hat bei den Songs alles gegeben und seine Saiten zum Glühen gebracht. Das Publikum ist während der Show leider nicht wach geworden, meiner Meinung nach sind SEVEN KINGDOMS aber eine Band, die in keinem CD-Regal fehlen sollte!

Gute Riffs, schöne Melodien, saubere Drumms und eine Stimme, die das Gesamtbild schön abrundet!

Nach der üblichen Umbaupause von diesmal nur 15 Minuten kamen AMARANTHE auf die Bühne. Anfangs war ich sehr skeptisch den 3 Sängern gegenüber, aber das legte sich spätestens nach dem ersten Song „Invincible“ sofort. Gepackt von der Harmonie zwischen den Stimmen der Clearvocals von Sängerin Elize und Sänger Jake E sowie dem trashigen Growling vom Gast Hendrik Englund (Scarpoint), der Andy auf dieser Tour vertritt, stellte sich sehr schnell ein Gefallen an der Band ein. Die Mischung des Grownling mit klaren Stimmen passt bei AMARANTHE sehr gut ins Gesamtbild. Songs wie „1.000.000 Lightyears“, „Mechanical Illusion“ und „Afterlife“ brachten auch etwas mehr Stimmung in die anwesenden Gäste. Morten Løwe Sørensen bearbeitete seine Drums nach feinster Power Metal-Manier und Gitarrist/Keyboarder Olof Mörck und Bassist Johan Andreassen entlockten ihren Saiten schöne und eingängige Melodien. Bei der Ballade „Amarathine“ konnte Sängerin Elize auch ihre volle Sangeskunst unter Beweis stellen. Leider wurde hier für meinen Geschmack der Sound etwas zu laut über die Stimmen der Sänger gelegt, sodass man, wenn man die Songs nicht kannte, die Lyrics teilweise etwas schwer verstehen konnte. Aber dafür kann man sich ja im Nachgang auch die Alben kaufen, von denen AMARANTHE seit dem 22.03.2013 das zweite namens „The Nexus“ auf den Markt gebracht haben.

Nach diesmal 30 Minuten Pause kamen dann auch die langersehnten STRATOVARIUS auf die Bühne. Der erste Song des Abends „Abandon“ kam auch gleich vom neuen Album „Nemesis“, dem stärksten Release seit dem Tiefpunkt der Band in den Jahren 2005 - 2008. Der Zuschauerraum hat sich auch noch weiter gefüllt, aber leider blieb noch immer genug Platz um bequem durch die Leute zu laufen. Nach Songs wie „Speed Of Light“ und „Halcyon Days“ folgte eine kleine Anekdote aus dem Leben der Band. Sänger Timo Kotipelto berichtete, dass der nächste Song - von Keyboarder Jens Johanson geschrieben - inspiriert wurde von einer Quietscheente! Damit wussten wir nun auch den Grund, warum auf dem Keyboard zwei kleine Entchen fröhlich vor sich hin leuchteten (siehe Fotos). [Zitat Jens: "Quack, quack, quack, quack, quack!"] Nun kam ein Drumsolo des erst 25-jährigen Rolf Pilve, der nach über 300 absolvierten Konzerten seit 2012 an den Fellen von STRATOVARIUS sitzt. Und das zu Recht! Mit seiner Erfahrung ist er der perfekte Begleiter für die Band, denn seine Drums harmonieren sehr gut mit dem Gitarrenspiel von Matias Kupiainen und Bassist Lauri Porra. Bester Laune und fit wie ein Turnschuh sorgte die Band für Stimmung auf der Bühne und auch im größten Teil des Publikums. Stimmlich muss man zu Sänger Timo eigentlich nicht viel sagen. Er klingt live genauso gut wie auf CD und hier war wieder zu erkennen, dass er einfach nur sein Können erneut unter Beweis stellte. Zwar wurde für meinen Geschmack der Gesang auch wieder etwas zu leise abgemischt, aber es war trotzdem besser als bei den vorherigen Bands. So kam das Publikum auch in den Genuß, Songs wie "Fantasy" und "Stand My Ground" zu hören, die beide mit zu meinen persönlichen Favoriten des neuen Albums "Nemesis" gehören. Als Zugabe wurden wir dann zu erst mit der Ballade "If The Story Is Over" verwöhnt, bevor es mit der ersten Singleauskopplung "Unbreakable" des aktuellen Longplayers und dem Hit "Hunting High And Low" aus dem Jahre 2000 noch einmal richtig zur Sache ging.

Als Fazit zum Konzert lässt sich sagen, dass alle drei Bands perfekt zusammen passen, sodass Support als auch Headliner eine gemeinsame Harmonie bilden und die Atmosphäre des Abends von Anfang bis Ende ein stetiges Hoch bleibt und (abgesehen von den Umbaupausen) keine Tiefpunkte zu erkennen gab.

Alle Bands hatten sichtlich sehr viel Spaß auf der Bühne und man erkannte die ehrliche Freude bei jedem daran, den zahlenmäßig gering anwesenden Besuchern eine tolle Show zu bieten. So interagierten alle Bands mit dem Publikum vor der Bühne, zum Beispiel durch ein Handschütteln.

Es sollte definitv keine der Bands im gut sortieren CD-Regal fehlen und so hoffe ich auch, dass diese Konstellation bald nochmal so auf Tour kommen wird und das Konzert dann auch mit mehr Besuchern und guter Stimmung der Selbigen zu sehen ist.

Ein Tip am Rande an die Organisation/Veranstalter/Location: Stehtische und Hocker in der Nähe der Bühne machen nicht nur bei einem Metal-Konzert die Stimmung kaputt!! Sonst gab es aber nicht viel zu meckern.

 

(Sarah Jacob)

Setlisten:

Seven Kingdoms

tba

Amaranthe

Intro - red light alarm

01. Invincible

02. Leave Everything Behind

03. 1.000.000 Lightyears

04. Serendipity

05. My Transition

06. Infinity

07. Drum Solo

08. Burn With Me

09. Mechanical Illusion

10. Rain

BLACK OUT

11. The Nexus

12. Afterlife

13. Amaranthine

14. Call Out My Name

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15. Automatic

16. Hunger

Stratovarius

01. Abandon

02. Speed Of Light

03. Halcyon Days

04. Dragons

05. Drum Solo

06. Eagleheart

07. Fantasy

08. Destiny

09. Stand My Ground

10. Black Diamond

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11. If The Story Is Over

12. Unbreakable

13. Hunting High And Low