TESTAMENT - 2013-03-23 - Köln, Live Music Hall (D)

Support: Dew-Scented, Bleed From Within

Als ich registrierte, dass Testament während der diesjährigen „Dark Roots Of Earth-Tour auch in der Live Music Hall Station machen würde, war ich doch einigermaßen überrascht, denn für meine Begriffe ist diese für knapp 1.800 Menschen ausgelegte Halle doch entschieden zu groß. Beim Betreten der Halle waren Sarah aka Metalmieze herself, Metal-Manni und ich dann doch einigermaßen erstaunt, dass die Halle, eine Dreiviertelstunde bevor es mit der ersten Band losging, bereits gut gefüllt war. Sollte das etwa bedeuten, dass Testament endlich die Früchte erntet, die sie durch kontinuierlich gute Alben verdient hätten?

Exakt! Als das Intro (eine modifizierte Version von Jimi Hendrix’’ „Star Spangled Banner“) zur Show um kurz nach Neun startete, war die Halle voll und Testament ging mit „Rise Up“ (Rise Up…Waaaaaaaar!), dem ersten Song der neuen Platte sofort in die vollen. Der Funke sprang sofort auf das Publikum über und es bildete sich gleich der erste Moshpit. „Dark Roots Of Earth“, das neue Album (von dem gleich vier Songs gespielt wurde) scheint sich allgemeiner Beliebtheit zu erfreuen, denn ob alte oder neue Songs gespielt wurden, das Stimmungslevel brach nie ab. Überhaupt war das Publikum klasse, denn trotz wildem gepoge, wurde immer auf den Nebenmann geachtet und zu Boden gegangenen Metalheads aufgeholfen. So muss es sein!

Angestachelte von der Meute vor der Bühne legten Testament eine ernorme Spielfreude an den Tag bzw. Nacht, wobei Sänger Chuck Billy (mit kleinen Textaussetzern bei „Over The Wall“ und „D.N.R“, macht aber nix!)) natürlich durch seine Ausstrahlung im Mittelpunkt des Interesses stand (witzig, dass sein „abgebrochener“ Mikroständer grün leuchtete, netter Effekt).Aber auch der Rest der Band gab sich keine Blöße, wobei Schlagwerker Gene Hoglan sein Schlagzeug nach allen Regeln der Kunst vermöbelte, die Gitarristen Alex Skolnick (mit breitem Grinsen im Gesicht) und Eric Peterson (mit einer sehr schönen Dean Flying V-Gitarre mit dem bekannten Testament-Logo) durch tolle Soli brillierten und Greg Christian, solide, aber effektiven Bassläufe spielte. Natürlich wurden auch die Klassiker wie z. B. „Burnt Offerings“, „Practise What you Preach“, „The New Order“ oder „Over The Wall“ gespielt. Wobei „Over The Wall“ für mich über die Jahre immer mehr zu DEM Testament-Signatursong geworden ist. Thrash Metal at it’s best, den man so schön mitgrölen kann: „Restart My Life Or Self Destruction/To Climb This Wall Of Dark Construction/Holding The Quest For Freedom/That beckons meeeeee…”.

Schick war auch, dass das bei Veröffentlichung etwas untergegangene „The Gathering“-Album gleich mit vier Songs bedacht wurde („Riding The Snake“ (!), „Eyes Of Wrath“, „D.N.R“ und „3 Days In Darkness“). Cool.

Nach schweißtreibenden gut neunzig Minuten beendete Testament den Gig mit der Speedgranate „The Formation Of Damnation“ und entließ erschöpfte, aber sichtlich zufriedene Metalheads in die, wie sagt man so schön, für die Jahreszeit viel zu kalte Nacht ;-)

Das Vorprogramm bestritten übrigens Bleed From Within (Grindcore) aus Schottland und Dew-Scented (Thrash Metal mit Kerry King-Soli) aus Deutschland, die mehr (Dew-Scented) oder weniger (Bleed From Within) bei den Leuten ankamen.

Bleed From Within
Bleed From Within
Dew-Scented
Dew-Scented

Setlist Testament:

01. Intro

02. Rise Up

03. More Than Meets the Eye

04. Burnt Offerings

05. Native Blood

06. True American Hate

07. Dark Roots of Earth

08. Into the Pit

09. Practice What You Preach

10. Riding the Snake

11. Eyes of Wrath

12. Over the Wall

13. The Haunting

14. The New Order

15. D.N.R. (Do Not Resuscitate)

16. 3 Days in Darkness

17. The Formation of Damnation

(Erwin W.)