Endlich an der Arena angekommen, erwartete mich schon eine recht lange Schlange, die zu Beginn des Einlasses gefühlt um die komplette Arena reichte. Zum Glück bin ich doch etwas früher los gefahren.

Im Vorraum noch schnell ein Getränk gekauft und dann ab in die Halle. Zu meiner Überraschung ist die Königs Pilsener Arena kleiner als ich dachte, was Konzerte aber umso gemütlicher macht. Trotz, dass schon einige Leute da waren, war es für mich kein Problem noch recht weit vorne einen guten Platz zu ergattern. Die Besucher stehen noch locker rum, kein Gedrängel und Gequetsche.

 

Als es dann gegen 20:30 Uhr auch schon los ging, enterten Eisbrecher die Bühne. Nach dem Opener „Exzess Express“ kam auch schon ein bekannteres Stück mit „Willkommen im Nichts“. Viele der Besucher kennen die Band vermutlich nicht, da sie doch im etwas härteren Gitarrengenre angesiedelt sind. Nichts desto trotz feierten die meisten Leute mit und die Show wurde von Frontmann „Alexx“ und einem tobenden Publikum mit dem Song „Miststück“ gebührend abgeschlossen.

Nach einer halben Stunde Umbaupause füllte sich die Halle dann mehr und nach einer weiteren halben Stunde Wartezeit, in der immer mal wieder Arena-Mitarbeiter mit Getränken durch die Menge liefen, begann nun auch endlich das heiß ersehnte Konzert der Scorpions. Wer die Band schon mal gesehen hat, weiß, dass man viel von den Herren erwarten kann – und das zu Recht.

Der erste Song des Abends war mit „Sting In The Tail“ schon der erste Knaller, der die Fans zum kochen brachte. Gefolgt von den Hits „Make It Real“ und der etwas ruhigeren Nummer „Is There Anybody There?“ zeigte die Band Jung und Alt was sie drauf haben.

Nach weiteren Krachern wie „The Zoo“, „Loving You Sunday Morning“ und den absoluten Ohrwurm „The Best Is Yet To Come“ folgte die Ballade „Send Me An Angel“ in der die ganze Band auf dem Steg versammelt war. Das komplette Publikum sang den Song mit und entfachte eine derartig einmalige Atmosphäre in der Halle, dass einem ein Schauer über den Rücken lief.

Nach den Songs „Raised On Rock“ und „Tease Me Please Me“ konnte der Drummer James Kottak sein absolut geniales Können unter Beweis stellen. Bei seinem Drumsolo-Stück „Kottak Attack“ wurden auf den riesigen LED-Wänden die CD-Cover aus der Bandgeschichte in einer Art Film nachgestellt, in der der Drummer die Hauptrolle spielt. Dazu spielte er die Drums und interagierte mit dem Publikum. Während des kompletten Konzertes, trug er immer wieder wechselnde Shirts - gefühlte 20 Stück - mit verschiedenen Aufschriften/Statements. Eines davon ist ebenfalls über seinem kompletten Rücken tätowiert: „ROCK 'N' ROLL FOREVER“. Und genau das lebt dieser Mann auf der Bühne. Man kann einfach nichts anderes dazu sagen, als dass Herr Kottak einer der besten Drummer ist, die es gibt. Diese Power und Leidenschaft gepaart mit einem leichten Anflug von Wahnsinn lassen die Lieder der Scorpions live so einzigartig klingen, dass ein Konzert immer zu einem Erlebnis wird, das man niemals vergisst.

Nach „Blackout“ durfte nun auch Gitarrist Matthias Jabs sein Solo spielen. In dem Stück „Six String Sting“ spielte er was seine Finger mit den Saiten her gaben und lenkte dann auch zum Hit „Big City Nights“ ein. Während diesem Klassiker blendete auf der LED-Wand immer wieder der Ort des Geschehens ein – in diesem Fall natürlich „Oberhausen“.

Nach einer kurzen Unterbrechen kamen die Herren wieder auf die Bühne und spielte die drei wohl bekanntesten Lieder der Bandgeschichte. Am Ende der Ballage „Still Loving You“ erzählte Sänger Klaus Meine die Geschichte wie die Band 1988 das erste mal in Moskau spielte und wie sich danach die Welt veränderte. Zitat: „Unsere Eltern sind mit Panzern gekommen, wir kommen mit Gitarren.“ Das war natürlich der Anstoß zum, im Nachhinein gekürten, Mauerfall-Song „Wind Of Change“ bei dem einem noch eine Gänsehaut am ganzen Körper entsteht. Bei diesem Song pfeift der Chef noch selbst. Hier kommt nichts vom Band und die komplette Halle streckte die Arme nach oben und sang das Lied mit. Das Schlusslicht des Abends bildete der Hit „Rock You Like A Hurricane“, der natürlich unter keinen Umständen fehlen durfte. Noch ein letztes Mal kratzen sowohl Band als auch Fans ihre Kräfte zusammen, rockten was das Zeug hielt und brachten so den krönenden Abschluss zum glänzen.

 

Diese Show, vollgepackt mit LED-Technik,Pyro-Show, sowie dieser geballten Energie und Emotionen machten das Konzert zu einem unglaublich beeindruckenden Erlebnis. Das einzigartige Drumspiel von James Kottak, gepaart mit den Gitarren von Matthias Jabs und Rudolf Schenker, ergänzt von Bassisten Pawel Maciwoda wurde sauber abgerundet von der immer wiedererkennbaren Stimme von Sänger Klaus Meine. Diese Band wird man auf den Bühnen der Welt sehr vermissen und ich bin daher mehr als überglücklich noch zwei der Konzerte erlebt haben zu dürfen. Denn, wenn diese Welttournee vorbei ist, wollen sich auch die Scorpions „zur Ruhe setzen“. Dabei merkt man ihnen ihr Alter in keinster Weise an.

An dieser Stelle auch noch etwas in eigener Sache: ein ganz dickes Danke an meinen Paps, denn 'I was "Raised On Rock"'!

 

In diesem Sinne: The Best Is Yet To Come!

(von Sarah Jacob)