Interview: Monster Truck - 2019-05-16

im Gespräch mit Jon Harvey

MONSTER TRUCK machen auf ihrer Europa Tour Halt in Wien und wir hatten das Glück, vor dem Konzert ein paar Worte mit Sänger und Bassist Jon Harvey wechseln zu dürfen.

Bei der ersten Frage geht es natürlich um das Wohlbefinden auf dieser Tour. Und dieses ist ausgesprochen gut. Nach den Tourneen in Europa mit Slash, Nickleback, Deep Purple oder zuletzt Black Stone Cherry erfreuen sich die Kanadier mittlerweile großer Beliebtheit. „So sind viele Konzerte ausverkauft und das neue Album fühlt sich sehr gut an.“ Kurz gesagt, „sie sind glücklich, wieder in Europa spielen zu können.“ Und dabei hat sich die Band ein ziemlich enges Programm auferlegt. Nicht weniger als 25 Konzerte absolvierte MONSTER TRUCK zwischen dem 18. April und 23. Mai 2019. „Aber das ist kein Problem, solange man als Sänger ausreichend Wasser trinkt und sicher geht, keine Blöden Sachen zu machen“ meint Jon.

Was auffällt: Die Band erzeugt von der ersten Sekunde an sehr viel Energie auf der Bühne - egal wie klein oder groß diese ist - und obwohl eigentlich nur ein Bandmitglied, Gitarrist Jeremy, sich frei bewegen kann. Für Jon „ist das einfach eine natürliche Begebenheit, dass diese Energie zwischen uns vier Musikern entsteht. Und keine Ahnung, wie wir das konkret schaffen, aber es dürfte wohl so sein, dass wir da etwas richtig machen.“ Wobei der Schlüssel des Erfolgs ihrer Liveshows vielleicht darin liegt, dass „sie versuchen, nicht allzu viel daran zu denken denn ‚The more you think about it, the more it is harder to do.‘“  - Ja so einfach kann die Erfolgsformel einer Band lauten.

Überhaupt scheint es so zu sein, dass die Band einen erfrischend lockeren Zugang zur Musik hat. So versteht sich Jon als Verfasser der Songtexte als Geschichtenerzähler, der versucht „Wörter zusammenzufügen die gut klingen und am Schluss einen Sinn ergeben.“ Positiv bleiben. Freude haben, sicher gehen, dass man das bestmögliche aus seinem Leben macht. Das ist was Jon antreibt.
Und auch die Frage, ob die Zeit wieder Reif sei für echten puren harten Rock, auch angesichts anderer junger Bands dieses Genres, die jetzt wieder Fuß zu fassen scheinen, wird betont locker beantwortet. Denn „diese Art der Musik war doch eigentlich nie weg, von daher glaube ich auch nicht an die Idee einer neuen „Bewegung. Es hat doch immer schon gute Rockmusik gegeben, die sich ihren Weg durch die Popmusiklandschaft hat bannen können.“

Wen verwundert es angesichts dieser Worte, dass die schon 2009 gegründete Band noch immer in ihrer Gründungsbesetzung unterwegs ist. Tatsächlich, diese Band gibt es schon seit 10 Jahren und es hat noch keinen Besetzungswechsel gegeben. „We’ve been pretty lucky“ meint Jon. Aber „der Schlüssel sei wohl, das gleiche Endziel zu haben. Das macht das Treffen von Entscheidungen leichter weil du triffst diese auf Grund des gemeinsamen und nicht des persönlichen Ziels. Das ist nicht leicht, aber wir sind ziemlich gut darin, aus uns selber raus zu steigen (um eine andere Sichtweise zu bekommen).“ Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl wird auch durch die kleinen aber für eine Band wohl bedeutsamen Details, wie die Songwriting-Credits unterstrichen. Dort wird nämlich immer nur die Band angegeben und nicht die jeweiligen Personen. Obwohl natürlich der Prozess des Songwritings nicht immer gleich ist und nicht jeder Song gemeinsam im Proberaum geschrieben wird.

2 EP’s und drei Alben konnte Monster Truck mittlerweile veröffentlichen. Glücklich sind sie, das getan haben zu können was sie lieben - und angesichts des Inhalts dieser 5 Scheiben wohl auch sehr gut können. Die zweite Jahreshälfte wird die Band noch mit eigenen Konzerten und auf Festivals in Nordamerika verbringen und dann beginnt der Kreis mit dem Aufnahmen zum nächsten Album wieder von vorne. Danach ist die Band auch hoffentlich wieder live in Mitteleuropa zu sehen.
 
Diskographie:
EP's:
2010: Monster Truck
2011: The Brown EP
 
Alben:
2013: Furiosity
2016: Sittin' Heavy

2018: True Rockers

(Bernhard Weber)