Rock Im Grünen 2019

Auf der Parkbühne in Berlin-Biesdorf finden nun seit 22 Jahren das Rock Im Grünen statt. Dabei traten auch dieses Jahr am 12. und 13 Juli wieder Newcomer-Bands aus Berlin und Umgebung auf. Dabei bewegten wir uns wieder aufgefächert durch die Genres von Pop, Rock und Metal.

Allerdings durfte man auch dieses Jahr eines der zwei Berliner Klimate erleben. Entweder man erhält Regen oder ofenartige Trockenheit. Am zweiten Tag wurden die Regencapes ausgepackt.

Der erste Tag war geprägt von den „leichteren“ Bands. Einleitend startete „Trailway Circus“ mit einem Mix aus Metalcore und Electro. Dabei zeigten sie Ähnlichkeiten mit „Killswitch Engaged“, „Papa Roach“ und spielten ein Cover von „Breaking Benjamin“.

 

Eine Ersatzband aus Brandenburg („Jardin“) spielte ähnlichen Metalcore, jedoch wurden mehr Growls und Screams verwendet, allerdings gab es auch eine kurze Rapeinlage. Darüber hinaus hatte ihre Musik ziemlich gute Riffs.

 

„She's A Woman“ stellte an diesem Tag die Portion Rock und Pop. Dabei konnte man sich sehr gut mitbewegen. Das Instrument-LineUp war sehr „konservativ“ mit einem Bassisten, einem Drummer und die Sängerin spielte gleichzeitig noch E-Gitarre.

 

Den skurrilsten Auftritt des Tages lieferte „Boba Cat“. Dabei spielten sie klassischen Rock'n'Roll, mit einem gewissen Parodiecharakter. Die angegebene Bandgründung war 1969, als Vorband sollten die Beatles gespielt haben und weitere sehr wahr gemeinte Aussagen wurden gemacht. Allerdings lag es vermutlich auch am 'klassischen' Musikcharakter, dass diese Sprüche die Stimmung heben mussten, denn diese Musik auch etwas gleichartig klang.

Der Headliner an diesem Tag war „The Weight“. Nach eigener Aussage spielen sie „Heavy, Melodic and Roll“, was praktisch wie eine Mischung aus Progressive, Alternative und klassischer Musik. Dementsprechend war es beruhigender als die vorangegangenen Bands.

Durch die eingetretene Dunkelheit war die Lightshow besonders eindrucksvoll, diese wurde besonders durch den leistungsstarken Gesang und die melodischen Riffs unterstützt.

 

Der zweite Tag des Festivals war leider geprägt von starken Regen, aber nachdem Regencapes verteilt worden waren und die Elektronik gesichert wurde, ging das Festival gewohnt weiter. Allerdings wurden erst die späteren Bands vom Regen erwischt.

 

Mit melodischem Metalcore warteten „Suck My Chainsaw“ auf. Dabei spielte die Band auch einige Songs mit Bandmitgliedern der Band AlphaOmega, welche später an diesem Tag spielte.

 

„Bubba Ho-Tep“ spielte Stoner Rock. Die Musik hatte Parallelen mit „Black Sabbath“, die Riffs waren sehr solide, die Songs wirkten aber eher etwas ereignislos. Insgesamt war die Band eher ruhig und auch ein wenig eintönig.

 

Als sozusagen „Co-Headliner“ spielte „AlphaOmega“ in einer sonnigen Pause an diesem Tag. Ihr Stil ist dabei eher alternativ/Metalcore. Viele ihrer Songs stammen von ihrer EP, aber auch einige bereits unveröffentlichte. Der Auftritt hatte sogar einen kleinen Moshpit zur Folge. Diese Band ist zu diesem Zeitpunkt bereits das zweite Mal beim RiG und somit kein unbekanntes Gesicht mehr.

 

Der Auftritt von „Finding Kelly Fornia“, die guten klassischen Rock spielten, wurde zwar massiv vom Regen gestört. Aber dennoch schaffte es die Band eine gute, energiegeladene Stimmung zu erzeugen, was durchaus eine Leistung des sprücheklopfenden Sängers gewesen ist.

Meiner Meinung nach war der Auftritt von „Bonesetter“ der beste an diesem Tag. Dabei schafften sie es, wie eine härtere Version von „AC/DC“ zu klingen. Man könnte es schon fast als „True Metal“ bezeichnen, allerdings kann man dennoch sagen, dass dadurch ihre Songs auch nicht viel abwechslungsreicher wurden. Aber die Band hatte Glück gerade in einer regenfreien Pause spielen zu können.

 

Als Headliner an diesem Tag spielten „Arsen“. Dabei war das Konzert sehr abwechslungsreich, einige Effekte (wie z.B. Bengalows) und auch die Musik war entsprechend abwechslungsreich. Ihre Musik bezeichnen sie selbst als „Power Rock“. Ihre Lyrics, die ausnahmsweise mal auf Deutsch sind, behandeln viele Themen des „linken“ Spektrums, also enthalten viele gesellschaftskritische Themen. Auch ihr Konzert wurde von leichtem Regen erwischt, aber die Stimmung war auf einem Hoch an diesem Tag, trotz der späten Stunde.

„Arsen“'s Bühnenshow war sehr leichtherzig und erfrischend, was dem Abend dann noch einen schönen Abschluss verliehen hat und dem Festival ein schönes Ende trotz des Regens gebracht hat.

 

Für Einsteiger ins Festivalgeschehen oder für Konzertbesucher, die auf ein mehrtägiges Programm, ohne elendes Zelten, stehen, für die ist das kostenlose Rock Im Grünen durchaus den Besuch wert. Und man kann gleichzeitig noch junge, frische Bands kennenlernen.

(Clemens Düsterhöft)