ROCK IM REVIER - 2015-05-29 - Gelsenkirchen, Veltins Arena

Running Order - Freitag

Big Stage

20:30-22:45 Metallica

18:30-19:45 Faith No More

17:00-18:00 Within Temptation

15:45-16:30 Testament

14:30-15:15 Hatebreed

13:30-14:10 Exodus

Boom Stage

20:00-21:00 Dir En Grey

18:35-19:30 Meshuggah

17:20-18:05 Anathema

16:10-16:50 Gojira

15:10-15:50 ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead

14:20-14:50 Decapitated

13:30-14:00 Grave Pleasures

Bang Stage

19:35-20:35 Eskimo Callboy

18:35-19:15 Deez Nuts

17:35-18:15 Stick To Your Guns

16:35-17:15 Unearth

15:35-16:15 Gallows

14:45-15:15 Black Tongue

13:55-14:25 Rise Of The Northstar

13:15-13:35 Any Given Day


Zum ersten Mal stiegt das Rock im Revier in der Veltins Arena, vormals bekannt als "Der Ring - Grüne Hölle Rock". Durch Unstimmigkeiten mit dem Pächter des Nürburgrings und des mehr als schleppenden Kartenvorverkauf wurde das Festival zu einem anderen Veranstaltungsort verlegt um es überhaupt durchführen zu können. Leider haben viele Fans bei dem Planungsdurcheinander die Waffen gestreckt und sind nicht erschienen, zum Teil auch weil auf Schalke der Campground nicht direkt am Festivalgelände lag sondern auf der ca. acht km entfernten Trapprennbahn, was die typischen Campgroundfeiern leider nicht so ganz möglich machte. Aber da ein richtiges Festivalfeeling durch die Arena, in der die große Hauptbühne ("Big Stage") stand, ohnehin nicht aufkommen wollte, konnte man von diesem Makel auch noch absehen. Vor Ort war das Gelände auf drei Bühnen aufgeteilt, eine Open Air Bühne ("Boom Stage"), eine kleine Bühne in der Emscher-Lippe-Halle ("Bang Stage") und die große Bühne in der Arena ("Big Stage"). Aus wetterbedingten Gründen war das Dach der Arena am Freitag geschlossen. Für Verpflegung wurde vor Ort durch die Arena Buden gesorgt, 5 € pro 0,5 l Bier und 4 € für die Currywurst - nur mal als Beispiel.
Um 13:30 Uhr ging es dann auch los, Exodus betraten als Opener die Bühne. Es war noch recht überschaubar was vor der Bühne los war, leider war der Sound echt schlecht, so dass die Leute die später eintrafen im Prinzip nichts verpasst haben, was mir für die Band aber echt leid tat.

Leider wurde der Sound bei Hatebreed nicht merklich besser und, obwohl die Band echt ne gute Show ablieferte, konnte man teilweise kaum erkennen welcher Song gerade gespielt wurde. Sehr schade bei solch einer guten Band. Die bereits anwesenden Fans fanden die Show allerdings augenscheinlich super und hatten direkt vor der Bühne noch das Problem mit dem schlechten Sound. Hier wurden bereits Köpfe geschüttelt und die Band gefeiert - ganz besonders natürlich zum allseits beliebten "Destroy Everything"!


Unter den gleichen Ton-Problemen betraten anschließend Testament die Bühne, der Sound wurde zwar langsam etwas besser, aber noch nicht wirklich gut. Die Jungs konnte man definitiv schon besser live erleben. Testament lieferten eine solide Show ab und die anwesenden Fans waren begeistert trotz der miesen Akkustik. Beginnend mit "Over The Wall", über Live-Klassiker wie "More Than Meets The Eye", "Practise What You Preach", bis hin zu "Disciples Of The Watch" spielten die Bay Area-Thrasher eine kurze aber mächtige Show!


Bei Within Temptation stimmte der Sound zum ersten Mal ansatzweise, wenn einen auch die Show an sich nicht unbedingt aus den Socken gehauen hatte. Mit der passenden Bühnendeko zum Album Hydra spielten Within Temptationdie übliche Show bestehend aus alten Klassikern und neuen Songs wie "Paradise (What About Us?)" - bei dem Tarjas Stimme enttäuschenderweise vom Band kam, "Stand My Ground", "Iron", oder auch "Mother Earth" zum Abschluß des Sets.


Langsam füllte sich nun auch der Innenraum und die unteren Ränge, richtig voll wurde es trotzdem noch nicht.

Faith No More benötigten nun 15 min. mehr Umbauzeit, was den gesamten Zeitplan etwas nach hinten verschoben hat. Die Bühnendeko bestand aus einem weißen Backdrop und Blumenbouquets wie auf einer Beerdigung. Die Band war auch komplett in weiß gekleidet als sie auf der Bühne erschienen, was für die meisten wirkte, wie in einem Sanatorium. Mike Patton hat noch nichts von seiner Bühnenpräsens verloren, wenn auch die Power der vorangegangenen Bands (vorallem den ersten dreien) gänzlich verloren war. Bei diesem Auftritt von Faith No More wurde aber auch kein Klassiker vergessen, Lieder wie „Epic“, „Midlife Crisis“ oder „Easy“ wurden von den Fans regelrecht zelebriert, und der Sound war nun wesentlich besser wie bei allen Bands vorher, man hatte das Gefühl die Technik wurde für die Headliner geschont und aufgespart.


Nun war die Arena mittlerweile einigermaßen gefüllt, vom Ausverkauf aber noch entfernt.

Um 20:45 nach der letzten Umbaupause betraten METALLICA nun endlich die Bühne, nachdem ihr Intro mit der Friedhofsszene aus „Zwei glorreiche Halunken“ auf den Bildschirmen erstrahlte. Metallica glänzte nun mit einer grandiosen Show und einem Spitzensound. Die Setlist lies kaum Wünsche offen. Hier gab es Titel wie "Fuel", "For Whom The Bell Tolls", "The Unforgiven II" (welches erst zum zweiten Mal überhaupt live gespielt wurde!!!), "Sad But True", "One", "Master Of Puppets", "Damage Inc.", "Seek & Destroy", "Creeping Death", "Nothing Else Matters" und zum Schluß "Enter Sandman". Die Light und Lasershow zu den einzelnen Songs war ein Augenschmaus. Zu "Nothing Else Matters" wurden schwarze Wasserbälle ins Publikum geworfen und die Schlacht konnte beginnen. Nach "Enter Sandman" gab es noch das Übliche Plektum, Drummsticks und was auch immer-Werfen in die Menge und hier konnte man im vorderen Zuschauerraum schon fast Angst um sein Leben bekommen. Alles stürmte, warf und sprang nach den begehrten Utensiliene der Musiker, komme was wolle und stehe im Weg wer keinen Platz macht.


Trotz allen organisatorischen Unstimmigkeiten, sei es Parkplatz, Ein- und Ausgänge in die Zuschauerbereiche und weitere Kleinigkeiten, bildete diese Show trotzdem einen krönenden Abschuß und alle konnten Zufrieden ihren Weg aus der Halle antreten.

(Sarah Jacob und Jan Heesch)