WACKEN OPEN AIR 2014 - Wacken (D)

25 Jahre Metal Mekka

 

Im Vorfeld des diesjährigen Wacken Open Air wurde ja wieder mal viel diskutiert. Es gäbe keinen wirklichen Headliner, so richtige Knaller-Bands seien prinzipiell nicht dabei und überhaupt der Kommerz und so. Über Punkt 1 lässt sich sicherlich streiten. Einen Über-Headliner à la Rammstein, Iron Maiden, etc. findet sich diesmal tatsächlich nicht auf dem Billing. Andererseits sind viele der gelisteten Bands fast alle so etwas wie Headliner-würdig. Oder sind Motörhead, Accept, Saxon, Avantasia, Slayer, King Diamond, W.A.S.P., Megadeth oder Kreator etwa kleine Namen? Nein, ganz im Gegenteil. Auf jedem anderen Festival wären diese Bands tatsächlich ohne Frage ein Headliner. In Wacken, vor allem beim großen 25jährigen Jubiläum, wo man nun ein absolutes Highlight erwarten könnte, blieb es allerdings aus. Warum? Darüber kann man nur spekulieren. Gab es vielleicht schon einen großen Headliner, der dann abgesagt hat? Oder hat man den Rest des Festivals einfach soweit mit Hochkarätern gefüllt (Hammerfall, Arch Enemy, Amon Amarth, Children of Bodom, DTB, Apocalyptica), dass die angebotenen Headliner einfach nicht mehr so sehr aus der Masse herausstechen?

Punkt 2 wiederum lässt sich kaum noch leugnen. Aber das ist auch gut so. Natürlich ist ein Festival von der Größe des WOA immer ein kommerzielles Event und keine Underground Veranstaltung mehr. Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile, auf die man aber jetzt nicht weiter eingehen muss. Die sind bei allen Festivals dieser Größenordnung vorhanden und werden das auch immer sein.

Dem Veranstalter kann man meiner Meinung nach aber jedenfalls nicht Ausverkauf vorwerfen, solange der gebotene Musikstil und die Zielgruppe noch dieselben sind. Natürlich gibt es auch immer wieder Leute, die bei einem so großen Festival den musikalischen Aspekt eher sekundär betrachten und dann nur noch wegen der Party hinfahren, aber hey, das gibt es doch überall, oder? Das Gute daran ist wiederum, dass man eine Menge geboten kriegt, was es sonst nirgendwo gibt. Ein Abstecher ins Wackinger Village (ein Wikinger Dorf mit entsprechenden Ständen/Geschäften und zwei kleinen Bühnen, auf denen meist Folk-orientierte Bands auftreten), ein Besuch in der Food Area, wo es hunderte verschiedener Fressstände gibt, oder einfach nur mal einen Spaziergang über den Campingplatz, bei dem man alle möglichen Kuriositäten erlebt, runden einen Festivalbesuch doch erst richtig ab. Das Angebot abseits der Bands ist jedenfalls selten vielfältig und bunt. Da kann man nicht meckern.

 

Die Bands:

Natürlich konnten wir bei dem Überangebot an verschiedenen Bands nicht alles vollständig abdecken. Der Großteil der Bands bot gute bis sehr gute Qualität und es gab nur wenige tatsächliche Überraschungen, es gab aber auch keine wirklich schlechten Bands.

Mittwoch, 30.07.2014 - Tag 1

20:50 WET Stage - Axe 'n Sex

Los gings für uns im Bullhead City Circus am Mittwochabend bei der Warm Up Show mit der lokalen Band Ax ‚n Sex. Die Jungs und ihre Frontfrau waren eine der Bands, die beim allerersten Wacken Open Air 1990 bereits dabei waren und einen Reunion-Gig für das diesjährige Jubiläum angesetzt haben. Der 80er Hard Rock der Formation aus dem nahe gelegenen Kiel schlägt so ein bisschen in die Doro Schiene. Man merkt der Band jedoch die mangelnde Spielpraxis sichtlich an und man erkennt relativ schnell, dass hier „nur“ Amateure am Werk sind. Zeitweise schaffen es Ax n Sex jedoch so etwas wie Stimmung aufkommen zu lassen, doch im Vergleich zu dem nun folgenden Auftritt wirkt die Truppe etwas zu bemüht und verkrampft.

21:30 Headbanger Stage - John Diva and the Rockets of Love

Eine Covershow mit Bands und Songs der 80er Jahre Hard Rock Ära. Wow! Diese Band rockt! Songs wie „You Give Love a Bad Name“, “I Love Rock n Roll”, “Here I go Again” und “Sweet Child of Mine” werden hier perfekt wiedergegeben. Die Band ist verdammt gut eingespielt und begeistert mit den Superhits dieser Zeit. Die Stimmung im Publikum ist am Kochen und die Band bietet auch optisch das 80er Erlebnis mit den Outfits und der Theatralik dieser Zeit. Sänger John Diva entführt gekonnt in die Zeit von Sleaze Rock, Glam und Spandex und performt seine Songs auf höchstem Niveau. So wie jede Tribute-/Covershow wird die Zeit allerdings auch sehr klischeehaft wiedergegeben. Der wirklich einzige Wehrmutstropfen auf eine gelungene Show, die dem Publikum viel Spaß bereitet.

Setlist: I Love Rock'n'Roll, Here I Go Again, You Give Love A Bad Name, Rock And Roll All Nite, Is This Love?, Poison, The Final Countdown, Rock You Like A Hurricane, Jump, Paradise City


Donnerstag, 31.07.2014 - Tag 2

Nun geht es also richtig los. Am Donnerstag um 15:45 eröffnen Skyline, ebenfalls eine Wacken Band erster Stunde die Show auf dem Infield. Nach einem Auftritt von Bülent Ceylan finden wir uns dann um 18 Uhr vor der Black Stage ein und warten gespannt auf Hammerfall.

18:00 Uhr Black Stage - Hammerfall

Die Göteborger sind ja nun schon ein Wacken-Urgestein. Es überrascht eine so bekannte Band bereits um 18 Uhr zu sehen, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Die Menge feiert die fünf Schweden und ist begeistert von den Songs des Debutalbums „Glory to the Brave“, das hier vollständig wiedergegeben wird. Bei einigen Songs werden auch verschiedene Gäste aus der Bandgeschichte auf die Bühne geholt. Stefan Elmgren darf bei „Stone Cold“ die Leadgitarre schwingen. Patrick Räfling trommelt bei „Unchained“ und der später mit In Flames erfolgreiche Jesper Strömblad übernahm die Sticks bei „Where the Dragon Lies Bleeding“. Hammerfall bieten eine gute Performance, die beim Publikum super ankommt und viel Spaß bereitet. Im Endeffekt war es also doch eine gute Entscheidung diese Band so früh auftreten zu lassen. Der Auftritt macht definitiv Lust auf mehr.

Setlist: Child of the Damned (Warlord cover), The Metal Age, Steel Meets Steel, Stone Cold (mit Stefan Elmgren), I Believe, Unchained (mit Patrik Räfling), The Dragon Lies Bleeding (mit Jesper Strömblad), Glory to the Brave, HammerFall, Any Means Necessary, Blood Bound, Bushido (Live premiere), Hearts on Fire

 

19:30 Uhr True Metal Stage - Steel Panther

Eine Rock Party der ganz anderen Art bieten daraufhin Steel Panther auf der True Metal Stage. Sleaze Rock im Stil der 80er Jahre jedoch mit einer etwas …ähem… bunten Bühnenshow. Hammerfall haben das Publikum perfekt angeheizt und Steel Panther ernten nun einen feierfreudigen Mob. Musikalisch ist die Show perfekt umgesetzt. Der Sound ist druckvoll und die Songs sind allesamt partytauglich. Einzig das viele Gelaber stößt mir persönlich dann doch ein wenig auf. Die Jungs könnten sicher 2-3 Songs mehr in ihrer Setlist haben, wenn sie nicht nach jeder Nummer erneut die weiblichen Fans dazu auffordern würden ihre Brüste zu präsentieren. „Show me your boobies“ wird nach dem 25. Mal auch nicht origineller. Das nächste Mal bitte etwas mehr Musik und etwas weniger dummes Zeug reden.

Das ist mir dann doch alles etwas zu viel und ich begebe mich nach einiger Zeit lieber in den Bullhead City Circus, wo heute Abend ein ganz besonderer Leckerbissen auf mich wartet.

Setlist: Pussywhipped, Party Like Tomorrow Is the End of the World, Asian Hooker, Just Like Tiger Woods, Gold Digging Whore, Girl From Oklahoma, Community Property, Eyes of a Panther, 17 Girls in a Row, Gloryhole, Death to All but Metal, It Won't Suck Itself, Party All Day (Fuck All Night)

20:00 Uhr Headbanger Stage - Letz Zep

Die letzte Band an diesem Abend ist für mich die Zeppelin Tribute Show Letz Zep und was soll ich sagen. Es ist der krasse Gegensatz zu Steel Panther. Die vier Briten, die optisch wie akustisch die größten Songs der Legende wieder aufleben lassen bieten in allererster Linie musikalische Leckerbissen und reduzieren den Schnickschnack auf ein Minimum. Vor allem Gitarrist Andy Gray begeistert die Menge im Zelt mit perfekten Soli und einer mitreißenden Performance. Das ganze Set ist atmosphärisch und lässt keinen Klassiker der Band aus. Das einzig Schlechte, was man über dieses Konzert sagen kann, ist, dass es zu kurz war. Wo andere Bands mit viel Brimborium und Tamtam aufwarten liegen die Vorzüge dieser Show im Kleinen, aber Feinen. Die Emotion, die hier mit einer einzigen Note oder einem perfekten Groove aufkommt, sucht ihresgleichen. Weltklasse!

 

21:00 Uhr Black Stage - Saxon

Saxon sind ja auch so eine Band, die jeder schon mal gesehen hat. Live eine Bank und musikalisch auf höchstem Niveau. Leider entscheide ich mich diesmal wg. aufkommenden Regens und/oder Müdigkeit mich Richtung Zeltplatz aufzumachen und höre im Vorbeigehen nur 2-3 Songs der NWoBHM Urgesteine. „Solid Ball of Rock“ und „Wheels of Steel“ klingen fett und werden vom Publikum begeistert aufgenommen. Leider habe ich daher auch die Performance mit der Orchestersektion verpasst. Vielleicht beim nächsten Mal wieder.

Setlist: Motorcycle Man, Sacrifice, Heavy Metal Thunder, Solid Ball of Rock, Wheels of Steel, 747 (Strangers in the Night) mit Orchester Parts (4 Violinen & Orchestral-Percussion), Crusader, Battalions of Steel, The Eagle Has Landed, Power and the Glory, Dallas 1 PM, Princess of the Night, Denim and Leather


Freitag, 01.08.2014 - Tag 3

11:00 Uhr Black Stage - ChtoniC

Am Freitag geht es früh los. Die Band Chtonic aus Taiwan beginnt bereits um 11 Uhr und bietet eine interessante Show aus taiwanesischer Mythologie, traditionellen chinesischen Instrumenten und hartem Melodic Death Metal. Showtechnisch und spielerisch bleiben die Asiaten nicht hinter ihren westlichen Kollegen zurück. Ich kannte die Band vorher nicht, lasse mich aber sofort von der starken Show begeistern. Der Sound ist trotz der vielen Instrumente glasklar und lässt alle Facetten der komplexen und aufwendigen Songs durch.

Setlist: Oceanquake, Supreme Pain for the Tyrant, Next Republic, Southern Cross, Rage of My Sword, Sail Into the Sunset's Fire, Broken Jade, Defenders of Bú-tik Palace, Takao

11:55 Uhr True Metal Stage - Skid Row

Die 80er Jahre sind wieder mal auf dem Vormarsch mit dem Auftritt der Hard Rocker von Skid Row, die, von Sängerlegende Sebastian Bach mal abgesehen, mit allen wichtigen Originalmitgliedern aufwarten und einen guten Mix aus Klassikern wie „18 and Life“, „I Remember You“ und „Monkey Business“, sowie Songs vom neuen Album United World Rebellion bieten. Sänger Johnny Solinger glänzt vor allem bei den neueren Songs, kann aber vor allem bei den Balladen nicht die Qualität von Sebastian Bach erreichen. Ansonsten ist das Konzert jedoch ausgezeichnet und bietet jede Menge Stimmung und Klassiker zum Mitsingen.

Setlist: Blitzkrieg Bop (Ramones Cover), Let's Go, Big Guns, Makin' a Mess, Piece of Me, 18 and Life, Thick Is the Skin, Kings of Demolition, Psycho Therapy (Ramones Cover), I Remember You, Monkey Business, We Are the Damned, Slave to the Grind, Youth Gone Wild

13:20 Uhr Headbanger Stage - Neopera

Nach dem gelungenen Debut dieses Jahr waren für mich Neopera eine der jungen Bands, auf die ich mich besonders gefreut habe. Zu Recht! Die Band aus Hamburg überzeugt musikalisch auf der ganzen Linie. Die Orchesterparts kommen zwar leider vom Band, aber bei einer neuen Band, die erst ein Album und noch nicht so viel Live-Erfahrung aufweisen kann, wäre ein zusätzliches Orchester vermutlich Overkill gewesen. Die Songs sind für ein Livekonzert zwar etwas sperrig, doch die inspirierte Performance der Band und vor allem des Gesangstrios, das sowohl eine Sopranistin, als auch einen klassischen Bariton mit einem Death Metal Growler kombiniert, können das Publikum dennoch begeistern. Der Sound ist zwar manchmal etwas matschig und vor allem Bariton Thorsten leidet unter der mangelnden Transparenz. Ebenso merkt man vor allem den Sängern die mangelnde Bühnenerfahrung doch etwas an. Nach einer Weile merkt man aber, wie vor allem Sängerin Nina etwas auftaut und beginnt das Publikum etwas anzuheizen. Von dieser Band werden wir noch viel hören. Garantiert!

14:15 Uhr True Metal Stage - Five Finger Death Punch

Wow! Einfach nur wow! Die meiner Meinung nach die beste Band des Festivals. In den vergangenen acht Jahren haben die Amis um Sänger Ivan Moody und Gitarrist Zoltan Bathory sich mit ihrem aggressiven Heavy Metal, stilistisch irgendwo zwischen Pantera und Korn, einen Namen gemacht und bieten hier eine Liveshow der Extraklasse. Die Band ist tight auf Teufel komm raus und donnert mit druckvollem Sound einen Rübenschüttler nach dem anderen aus den Boxen. Der charismatische Sänger kann mit seiner lässigen Art und seinen natürlichen Ansagen das Publikum sofort auf seine Seite bringen. Auch an dieser Stelle vielleicht mal ein Kompliment an die Sound-Crew. Hier passt einfach alles. Perfekt!

Setlist: Under and Over It, Burn It Down, Hard to See, Lift Me Up, Bad Company (Bad Company cover), Burn MF, Remember Everything (Acoustic), Battle Born, Coming Down, Never Enough, Mama Said Knock You Out (LL Cool J cover), Here to Die, The Bleeding, House of the Rising Sun

18:00 Uhr Black Stage - Children of Bodom

CoB sind eine typische Wackenband, sagt mein Nachbar Basti auf dem Zeltplatz. Das sollte sich dann später auf dem Infield beweisen. Der Melodic Death aus Finnland bringt eine Energie auf die Bühne, die ihresgleichen sucht. Technisch perfekt von Alexi Laiho und Co dargeboten, kocht hier der Mob geradezu. Optischen Schnickschnack gibt es hier nicht. Spielerisch gekonnte Performance gepaart mit Hammersongs und einem fetten, aber trotzdem transparenten Sound. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Eine ausgezeichnete Vorstellung. Punkt!

Setlist: Needled 24/7, Kissing the Shadows, Bodom Beach Terror, Halo of Blood, Scream for Silence, Hate Crew Deathroll, Lake Bodom, Angels Don't Kill, Are You Dead Yet?, Towards Dead End, Hate Me!, Bodom After Midnight (gefolgt von einem Black Diamond snippet), Downfall, In Your Face

 

22:30 Uhr True Metal Stage - Slayer

Zu Slayer kann man viel sagen, man kann es aber auch lassen. Slayer sind eine ausgezeichnete Liveband. Sauber, tight und grundsolide. Die zwei Silben sind die letzten die jeder Metaller auch noch bei mehr als 1,5 Promille rausbekommt. Slayaaaa! Nun ja, spielerisch kann man da nicht meckern. Der Mix aus vielen Klassikern, und einigen Songs neueren Datums kommt natürlich gut beim Publikum an. Da kann man nicht meckern. So richtig kann der Funke aber nicht überspringen. Die Band wirkt etwas statisch und es fehlen irgendwie ein paar echte Highlights. Das könnte unter anderen auch daran liegen, dass das letzte Album schon einige Jahre zurückliegt und die meisten Songs schon etwas durchgenudelt sind.

Setlist: Hell Awaits, The Antichrist, Necrophiliac, Mandatory Suicide, Hate Worldwide, War Ensemble, Postmortem, Captor of Sin, Disciple, Seasons in the Abyss, Born of Fire, Dead Skin Mask, Raining Blood, Black Magic, South of Heaven, Angel of Death

00:00 Black Stage - King Diamond

King Diamond ist zunächst mal Geschmackssache. Der hohe Falsettgesang und die Showelemente sind nicht jedermanns Sache. Aber es ist Entertainment und hier kann der König auf ganzer Linie punkten. Der aufwendige Bühnenaufbau beinhaltet eine Brücke hinter dem Schlagzeug, einige Aufsteller mit Kerzen. Ein großes Bild eines Ziegenbocks im Hintergrund und ein schmiedeeisernes Gitter. Das alles symbolisiert natürlich: Jetzt wird’s gruselig. Die Band um Andy Larocque ist natürlich Nebensache, ist aber trotzdem ausgezeichnet und untermalt die Show des Kings perfekt. Die Songauswahl ist ausgewogen und beinhaltet Nummern von Puppetmaster, Them, Conspiracy und Abigail, außerdem mit Evil und Come to the Sabbath auch zwei Mercyful Fate Songs, also einen Querschnitt durch seine gesamte Karriere. Diese 90 Minuten waren super Entertainment und eine grandiose Show.

Setlist: The Candle, Sleepless Nights, Welcome Home, Never Ending Hill, Let It Be Done, The Puppet Master, At the Graves, Tea / To the Morgue / Digging Graves / A Visit from the Dead, Evil (Mercyful Fate), Come to the Sabbath, (Mercyful Fate), Shapes of Black, Eye of the Witch, Cremation, The Family Ghost, Black Horsemen, Insanity

 

01:45 True Metal Stage - W.A.S.P.

Als letzte Band dieses Tages treten W.A.S.P. auf. Das sollte nicht die beste Entscheidung des Tages sein. Blackie Lawless und seine Mannen haben zwar einen wahnsinns-Backkatalog, sind aber dennoch nicht in der Lage die Stimmung um 2 Uhr morgens nochmal rumzureißen. Da helfen auch keine Songs wie „I Wanna Be Somebody“ oder „Wild Child“. Leider konnten W.A.S.P. nicht überzeugen.

Setlist: On Your Knees, The Torture Never Stops, The Real Me (The Who cover), L.O.V.E. Machine, Wild Child, Sleeping (in the Fire) / Forever Free, I Wanna Be Somebody, The Crimson Idol set, The Titanic Overture, The Invisible Boy, The Idol, Chainsaw Charlie (Murders in the New Morgue), Heaven's Hung in Black, Blind in Texas


Samstag, 02.08. 2014 - Tag 4

12:00 Black Stage - Arch Enemy

Warum Arch Enemy um 12 Uhr hier schon ran müssen, versteht kein Mensch. Diese Band hätte einen besseren Platz auf der Running Order verdient. Die neue Sängerin Alissa White-Gluz ist ein echtes Energiebündel und beschert den Schweden derzeit so etwas wie eine kleine Renaissance. Das ist verständlich. Das neue Album konnte voll überzeugen, ebenso wie die hier gebotene Liveshow. Alissa ist gesaglich sehr vielfältig und kann auch bei den Songs ihrer Vorgängering mehr als überzeugen! Absolut empfehlenswert.

Setlist: Khaos Overture, Yesterday Is Dead and Gone, War Eternal, Ravenous, My Apocalypse, You Will Know My Name, Bloodstained Cross, As the Pages Burn, Dead Eyes See No Future, No Gods, No Masters, We Will Rise, Nemesis, Fields of Desolation, (Outro)

13:15 True Metal Stage - Sodom

Sodom hingegen fehlt es etwas an Dynamik. Die Songs werden zwar spielerisch gut präsentiert, das Trio wirkt allerdings sehr statisch auf der Bühne. Der dargebotene Ruhrpottstahl ist ja an sich nicht so besonders Abwechslungsreich und die Band um Tom Angelripper ist solide und nicht mehr. Habe ich mir spannender vorgestellt.

Setlist: Agent Orange, In War and Pieces, Outbreak of Evil, Surfin' Bird (The Trashmen cover), The Saw Is the Law, Sodomy and Lust, Stigmatized, City of God, Der Wachturm, I Am the War, Blasphemer, Remember the Fallen, Ausgebombt

 

14:30 Party Stage - August Burns Red

Beinahe zufällig finde ich mich um halb 3 vor der Party Stage ein, wo gerade ein sehr seltsames Intro läuft. Der Techno/EDM Song mündet dann schließlich in beinharten Metalcore amerikanischer Machart. Da merke ich gerade, dass da oben August Burns Red auf der Bühne stehen. Geil! Die Musik ist voller Energie und Dynamik und schlägt auf wie eine Bombe. Während Behemoth gerade die Black Stage in Nebel hüllen, lasse ich mich tatsächlich auf eine kleine Runde im riesigen Circle Pit ein und verschwinde dann wieder in der etwas ruhigeren Masse. Die in den USA recht erfolgreiche Band kennt man ja hierzulande kaum, kann aber auf ganzer Linie überzeugen.

19:00 True Metal Stage - Amon Amarth

Die Schweden Amon Amarth beginnen ihre starke Setlist mit „Father of the Wolf“. Es wird ein Abriss von mehreren Alben der Bandgeschichte präsentiert. Das Bühnenbild enthält ein Wikingerschiff und weitere aufwendig gestaltete Elemente. Ja, die Jungs haben hier echt rangeklotzt. Der Gitarrensound der Band ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, da er sehr höhenlastig und sägend aus den Boxen kommt. Dieses Gefühl ist aber nach kurzer Zeit wieder verflogen und man kann sich dem harten Melodic Death der Jungs störungsfrei widmen. Stark und spielfreudig schrauben sich die Herren Wikinger beinahe ihre Köpfe vom Hals. Die haben echt Spaß.

Setlist: Father of the Wolf, Deceiver of the Gods, As Loke Falls, Varyags of Miklagaard, For Victory or Death, Guardians of Asgaard, Cry of the Black Birds, We Shall Destroy, Asator, War of the Gods, Victorious March, Encore:, Twilight of the Thunder God, The Pursuit of Vikings

 

Im Großen und Ganzen kann man durchaus von einem gelungenen Festival sprechen. Echte Highlights haben zwar dann doch etwas gefehlt. Die vielen kleineren Bands haben das aber teilweise mit Ausnahme-Auftritten wieder wettgemacht. Einige persönliche Neu- und Wiederentdeckungen (Chtonic, August Burns Red) werden sicher den Weg in meine persönliche Playlist finden.

(Marco B. Wild & Sarah Jacob)