Rock Hard-Festival - 2013-05-18 - Gelsenkirchen (D)

Auftritt von QUEENSRYCHE

Als ich mir gerade ein Ticket für das Konzert in Duisburg am 20.04.2013 kaufen wollte, kam prompt die Nachricht, dass die komplette Frühjahrs-Tour von Queensryche abgesagt wurde. Aber die Jungs und Mädels vom Rock Hard ließen nicht locker und verpflichteten Queensryche als Samstagsheadliner für das Rock Hard-Festival. Hallelujah!

Also Ticket besorgt und am Samstagmittag ab nach Gelsenkirchen. Nach dem ich dann mehr (Desaster, D-A-D, deren „Sleeping My Day Away“, einen Tag danach mein Tagesmotto war ;-)) oder weniger (Naglfar, Ensiferum) spannende Bands über mich ergehen lassen musste war es um 21.30 Uhr soweit!

 

Nach einem Intro, das sich aus einer Mischung aus Neuer Deutscher Härte (mit deutsch gerappten Text!) und Soundtrackmusik zusammen setzte, erschien Scott Rockenfield hinter den Drums, um der zahlreich vor der Bühne erschienen Menschen zuzuwinken. Gleich darauf sprang der Rest der Band auf die Bühne, um „Queen Of The Reich“ anzustimmen. Und dann hielt ich den Atem an. Würde Sänger Todd L Torre...? Jawohl, er hielt den langen Schrei am Anfang des Tracks wie einst Goeff Tate anno dazumal. Das ließ doch darauf hoffen, dass er gesanglich eine 1A-Performance hinlegen würde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mit „Speak“ folgte der erste Song von „Operation:Mindcrime“, dem sich „Walk In The Shadows“ und „The Whisper“ (das schienen die meisten Leute nicht zu kennen) von meinem Lieblingsalbum „Rage For Order“ anschloss. Man merkte, dass wir es mit absoluten Profis zu tun hatten, die Band (Michael Wilton und Parker Lundgren – Gitarren, Eddie Jackson - Bass, Scott Rockenfield - Schlagzeug) spielte wie ein Uhrwerk, ohne steril zu wirken. Im Anschluss wurde ich dann Zeuge einer Europa-

und einer Weltpremiere, als da wären „Redemption“ (http://www.youtube.com/watch?v=6w4RfoUv9KU) und „Fallout“ vom neuen Album, welches am 24.06.2013 erscheint. Während der erste Song eine relative kommerzielle Ausrichtung hat, ist der zweite Song doch für Queensryche-Verhältnisse recht hart. Todd la Torre kündigte an, dass Teile des Videos dazu Ausschnitte des Festivalauftritts enthalten würde. Nun folgte ein Block mit Songs vom „The Warning“-Album. Während sich bei „En Force“ der Nachthimmel über dem Amphitheater passend zum CD-Cover in Smaragdgrün färbte (Gänsehaut!), „Child Of Fire“ von Todd mit einer unglaublichen Intensität vorgetragen wurde, leitete Sirenengeheul „Warning“ ein. Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Song jemals live erleben würde. Das war etwas ganz besonders für mich (1984 als Queensryche den Song auf der Tour mit Dio gespielt hatten, war ich noch zu „klein“). Mit „The Needle Lies“ zog Queensryche noch mal das Tempo an und mit „Prophecy“ stand die B-Seite der „Gonna Get Close To You“-Single als nächste Überraschung auf dem

Programm. Und dann kam der Song, den ich als die Mutter aller Progressiv-Epen bezeichnen möchte: „Roads To Madness“. Sollte Dream Theater je einen Song dieser Klasse schreiben, könnt’ ihr mich gerne morgens um drei Uhr anrufen. („And still Im standing here, I’m awaiting this grand transition, I’m a fool in search of wisdom,And I’m on the road to madness...”, neuneinhalbminuten Dramatik pur). Und wen Queensryche jetzt noch nicht gepackt hatte, um den war es spätestens beim abschließenden Doppel “My Empty Room/Eyes Of A Stranger” geschehen. Selbst die Menschen, die sich das Spektakel aus sicherer Entfernung anschauten standen auf, sangen und klatschten mit.

Nach einer kurzen Pause kamen Queensryche wieder auf die Bühne zurück, um mit der Halbballade „Take Hold Of The Flame“ textlich Hoffnung zu verbreiten („…so take hold of the flame, you’ve got nothing to lose, but everything to gain…“) und diese Hoffnung mit dem harten „Empire“ (inkl. Bandvorstellung) wieder zu zerstören („...brother killing brother for the profit of another…“).

 

Mir hat das Konzert sehr gut gefallen, aber es fühlt sich für mich immer noch seltsam an, statt Geoff Tate, Todd la Torre die Songs intonieren zu sehen, aber er macht seine Sache außerordentlich gut, kommuniziert mit dem Publikum und ist ein echter Sympathieträger. Die Ausstrahlung und das Charisma eines Goeff Tate gehen ihm aber nach meiner Meinung (noch) ab. Mal sehen, wie es weiter geht und ich bin sehr gespannt, wie das neue Album sein wird.

 

Setlist Queensryche:

01. Intro

02. Queen Of The Reich

03. Speak

04. Walk In The Shadows

05. The Whisper

06. Redemption (NEW SONG!)

07. Fallout (NEW SONG!)

08. En Force

09. Child Of Fire

10. Warning

11. The Needle Lies

12. Prophecy

13. Roads To Madness

14. My Empty Room

15. Eyes Of A Stranger

 

Zugaben:

16. Take Hold Of The Flame

17. Empire

 

(Reihenfolge ohne Gewähr)

 

(Erwin W.)

 

Die Fotos wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Äfa - www.queensryche.net The German Empire

Vielen Dank hierfür!

[Anm. d. Red.]