SEELENWALZER - SeelenWalzer

VÖ: 24.05.2019

Label: Massacre Records

Format: CD

 

Tracklist:

01. Für Die Ewigkeit

02. Ich Mach Dich Tod

03. Der Jüngste Tag

04. Blut Der Pferde

05. Kopfjäger

06. Schönheit Der Trauer

07. Jungfernflut

08. Goin' Out West

09. Karthasis

10. Kill For Allah

11. Worte Des Fleisches

Nach nun bald 12 Jahren erfährt das selbstbenannte Album von SEELENWALZER ein Re-Release. Ursprünglich unter dem Namen RICHTHOFEN veröffentlicht im Jahr 1997 via GUN Records, ist es ab dem 24. Mai nun über Massacre Records erhältlich.

 

Als Vertreter der NDH (Neue Deutsche Härte) erwartet man selbstverständlich Texte auf Deutsch und das Wort Härte wird bei diesem Album auch sehr gut berücksichtigt.

Die Texte sind überwiegend auf Deutsch, allerdings stellen hier Songs wie „Goin' Out West“ und „Kill For Allah“ (bei diesem nur in Teilen) die Ausnahme auf Englisch. Dazu besitzen einige Songs einige Passagen auf Englisch.

 

Den Sound kann man gesamtheitlich gesehen als Heavy bezeichnen und gleichzeitig auch als sehr vielseitig. Ein gutes Beispiel dafür sind die Intros der Songs, die durch verschiedenste Effekte verzerrt und geschmückt sind. Dadurch klingt jeder Song am Anfang doch sehr unterschiedlich.

 

Und dieser Trend setzt sich überaus hörbar durch. Die Songs sind tatsächlich relativ unterschiedlich voneinander (oberflächlich betrachtet).

Auch sind die Rhythmen sehr komplex und ausgeklügelt. Dort ist z.B. „Schönheit Der Trauer“ zu nennen, in dem es geschafft wird durch clevere Mixtur sehr schnelle Drumlines unter etwas melancholische Klavierpassagen zu legen, ohne das diese dadurch erstickt werden

 

Dieser Song ist auch der einzige, der keinen männlichen Gesang besitzt, sondern weibliche Hintergunderzählungen verwendet.

 

In „Der Jüngste Tag“ sind ebenfalls solche Passagen im Hintergrund zu hören, doch diese stammen hier vermutlich eher aus Filmen, ohne Zweifel aus Filmen über den Krieg und, wenn mich mal aus dem Fenster lehne, mit dem Holocaust zu tun haben. Die Texte unterstützen das mit Schlagsätzen wie „An die Wand...“.

 

Die Texte sind recht variabel. Mal sind sie recht einfach geschrieben, wie z.B. in „Blut Der Pferde“ oder „Ich Mach Dich Tod“, vergleichbar mit Texten von RAMMSTEIN. Aber dennoch besitzen diese ja doch Tiefgang, wie im vorherigen Kapitel erwähnt.

Auch hier wird auf eine gewisse Provokation gesetzt, ganz klar kann man das auch in „Kill For Allah“ hören. Dabei werden fast alle Religionen angesprochen und auch verschmäht.

Von Größenwahn und Siegestrunk ist z.B. in „Kopfjäger“ die Rede. Natürlich wird auch hier an grotesken Elementen nicht gespart.

 

Der Gesang ist etwas weniger unterschiedlich. Der Gesang von Dirk Weiss und Andy Classen ist häufig sehr verzerrt und etwas hintergründlich. Der unterstützende Gesang ist häufig klar.

Allerdings gibt es wenig Unterschiede im Stimmniveau.

Wenn man das Album nur vom Gesang bewerten würde, dann könnte dies bestimmt stören, aber was bei diesem Album erreicht wurde, ist ein Ausgleich durch clever geschriebene Musik, abwechslungsreiche Effekte und relativ unterschiedliche Songs.

 

Wenn man nun alles aufsummiert, hat man ein Album, was nicht vor Provokation scheut (besonders nicht, wenn Knalle von Schüssen der häufigste Effekt sind) und gleichzeitig mit einem vielseitigen Klang aufwartet, der aber kein bisschen Härte einbüßt. Das beste Beispiel dafür ist „Goin' Out West“ (besonders Bassisten ist dieser Song pure Selbstverwirklichung).

(Clemens Düsterhöft)