TWILIGHT FORCE - Tales of Ancient Prophecies

VÖ: 06.06.2014

Label: Black Lodge Records

Format: CD

 

Tracklisting:

01. Enchanted Dragon Of Wisdom (4:43)

02. The Power Of The Ancient Force (5:03)

03. Twilight Horizon (4:59)

04. The Summoning (0:43)

05. Whispering Winds (0:51)

06. Fall Of The Eternal Winter (4:54)

07. Forest Of Destiny (4:06)

08. In The Mighty Hall Of The Fire King (0:55)

09. Made Of Steel (4:46)

10. Sword Of Magic Steel (1:05)

11. Gates Of Glory (3:55)

 

Conan der Barbar im Kindergarten

 

Beim ersten Blick auf die Titelliste, welche solche klangvollen Unikate wie „Enchanted Dragon of Wisdom“, „Power of the Ancient Force“ oder „Sword of Magic Steel“ enthält, weiß man eigentlich schon gleich, womit man es hier zu tun hat. Das Cover, welches einen roten, feuerspeienden Drachen vor einer gezeichneten Fantasylandschaft zeigt, lässt ebenfalls keinen Zweifel daran, woher sich die fünf Schweden ihre Inspiration holen. Ähnlichkeiten mit Rhapsodys (damals noch ohne Fire!) Symphony of Enchanted Lands von 1998 sind hier definitiv nicht nur zufällig. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ein technisch allerfeinst dargebrachter Metal-Klassik Mix tönt hier aus meinen Lautsprechern. Orgiastisches Sweep-Picking gepaart mit Cembalo und pausenlosem Doublebassfundament lassen mich mit einem Grinsen auf den Lippen die Rübe Schütteln. Auch Sänger Christian Hedgren kann sich druckvoll im Gesamtsound durchsetzen, die Songs werden technisch perfekt dargeboten. Der Mix bleibt dabei fett und gleichzeitig transparent genug, um alle Facetten der doch recht komplexen Songs gut erkennen zu können. Die Jungs beherrschen alle Stärken des Genres perfekt. Leider aber auch die Schwächen.

 

Ähnlich wie seine Vorbilder krankt auch TWILIGHT FORCE an den typischen Stellen. Die orchestralen Arrangements und Chöre sind zwar bombastisch und fett, wirken an manchen Stellen aber etwas überladen und gezwungen. Die Texte sind gelinde gesagt haarsträubend schlecht und versprühen den Charme eines Re-Enactments von Conan der Barbar in der örtlichen Kita. Gleiches gilt für die ab und zu eingestreuten Sprechrollen, welche die Geschichte des Konzeptalbums erzählen sollen. Meint Ihr das wirklich ernst, Jungs? Der Gipfel des Kitsch sind aber die Gesangsmelodien. Würde man diese mit anderen Arrangements präsentieren, könnte ich mir die ein oder andere Nummer durchaus bei Florian Silbereisens Frühlingsfest der Volksmusik vorstellen. Nix gegen Eingängigkeit, aber müssen es wirklich immer diese Kinderlied-Melodien sein?

 

Fazit: Ein technisch perfektes Debut mit guten Ansätzen. Für Fans des Genres , aber auch wirklich nur für diese, ist das Album absolut empfehlenswert.

(Marco B. Wild)