VICIOUS RUMORS - Electric Punishment

VÖ: 26.04.2013

Label: Steamhammer (SPV)

Format: CD

 

Tracklist:

01. I Am The Gun (6:03)

02. Black X List (4:26)

03. Electric Punishment (6:08)

04. D – Block (3:44)

05. Escape ( From Hell) (6:43)

06. Dime Store Prophet (4:25)

07. Together We Unite (3:35)

08. Eternally (4:45)

09. Thirst For A Kill (4:42)

10. Strange Ways (3:24)

 

Feeding On Decibles

 

Nicht lange nach dem letzten Live-Werk “Live You To Death“ liegt nun die nächste Studioplatte der US-Metal-Helden, das zweite mit Brian Allen am Mikro, vor. Nach einem kurzen Intro, das entfernt an „Replicant“ von „Digital Dictator“ erinnert, steigen Vicious Rumors mit dem beinharten „I Am The Gun“ ein. Wenn ich nicht bereits wüsste, dass VR das Stück als Eröffnungsnummer bei der derzeit laufenden Deutschlandtour spielen würden, würde ich ihnen glatt empfehlen, damit die Konzerte zu eröffnen ;-). Das Lied weist bereits alle Trademarks auf, die zu einem knackigen VR-Stück gehören, schneller Beginn, melodiöse Soli, Breaks zum Luftholen, fette Drums und Refrains zum mitsingen/mitgrölen („…I am the gun, it’s what I’ve become…“, ist da etwa jemand mächtig angepisst?). Das von Tausendsassa Juan Ortega (Hatriot, Exodus, Testament) und Mainman und Weltklassegitarrist Geoff Thorpe druckvoll produzierte zwölfte Studiowerk enthält noch weitere Reißer, die in obige Kategorie passen, als da wären „Black X List“, „D-Block“ (handelt vom berüchtigten Isolationsblock der Gefängnisinsel Alcatraz) oder „Dime Store Prophet“ (einem von zwei Stücken bei denen Brian Allen die Lyrics beigesteuert hat).

 

Aber auch für Abwechslung wird gesorgt. Zum einen verneigt man sich mit dem Titelsong „Electric Punishment“ vor dem kleinen Mann mit der großen Stimme, dem leider viel zu früh verstorbenen Ronnie James Dio, zu Heaven and Hell-Zeiten und zum anderen haben sich mit „Eternally“ (ungewöhnlicher Rhythmus, von Goeff Thorpe gesungen) und „Together We Unite“ zwei höchst eingängige Stücke auf die Platte „gemogelt“. Bei Together We Unite“ handelt es sich nach „Let The Garden Burn“ vom letzten Studioalbum “Razorback Killers“ wiederum um eine Ode an die Fans, welche ich mir gut als Outro (vom Band) nach einer der schweißtreibenden Shows vorstellen könnte („…this is not the end, just another place in time, I’ll see you again…“). Die besonderen stimmlichen Fähigkeiten stellt Brian bei meinem Favoriten „Escape (From Hell) unter Beweis. In einem Song über jemanden, der seine Seele an den Teufel verkauft hat, übernimmt er nicht nur den Charakter des armen Tropfs, der sich nicht mit seiner Misere abfinden will, sondern auch die des Beelzebubs persönlich. Eingeleitet wird das Stück durch einen gefühlvollen Akustikpart, im Mittelteil tobt der Kampf zwischen Gut und Böse, musikalisch mal hart, mal zart, je nachdem welche Rolle Brian gerade einnimmt und beendet wird das Lied mit einer Variation des einleiten Akustikparts, als die geschundene Seele merkt, dass er für immer verloren ist (“…trapped in the hell, with no way out.“). Ganz großes Kino!

 

In der Tradition der letzten Liveplatte spendieren uns VR zum Schluss noch eine gut gemachte Coverversion von Kiss’ „Strange Ways“ (wieder von Geoff Thorpe gesungen) und ich kann den Jungs bezeugen, dass sie wieder alles richtig gemacht haben.

Electric Punishment Turn Me Up Loud As Hell!

(Erwin W.)

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